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Königspfalz Werla

Burg in Niedersachsen, Deutschland

u Beginn des 10. Jahrhunderts wurde die Anlage zur befestigten Pfalz umgebaut. Widukind von Corvey berichtet von einem Aufenthalt König Heinrichs I., der sich auf 924 oder 926 datieren lässt, als der König vor einem Ungarnangriff Schutz suchte. Unter den Ottonen erlebte Werla eine erste Blütezeit mit 14 gesicherten Königsaufenthalten zwischen 924 und 1013. Alle Ottonen besuchten die Pfalz, Otto der Große urkundete fünf Mal dort. Mindestens zwei Mal wurde hier über die Königsnachfolge entschieden, so bei der Königswahl von 1002, als man sich auf Heinrich II. als Nachfolger Ottos III. einigte, während die Kandidatur Ekkehards von Meißen scheiterte. Auch vor der Wahl Konrads II. im Jahr 1024 trafen sich die Sachsen auf der Werla zu Beratungen. Insgesamt sind vier Versammlungen sächsischer Adliger nachgewiesen.

Bereits unter Heinrich II. verlor Werla politisch an Bedeutung zugunsten der neu gegründeten Pfalz Goslar mit ihren Silbervorkommen am Rammelsberg. Die Pfalzrechte wurden dabei jedoch nicht verlegt. 1086 verlieh Heinrich IV. rund 400 Hufen Land an den Bischof von Hildesheim Udo von Gleichen-Reinhausen, wahrscheinlich als Gegenleistung für dessen Unterstützung im Investiturstreit. Der Bedeutungsverlust führte jedoch nicht zum Verfall der Anlage. Im 11. und 12. Jahrhundert wurde die erste Vorburg massiv erweitert und eine neue, zweite Kernburg ergänzt, später kam eine zweite äußere Vorburg hinzu, sodass die Gesamtanlage fast 20 Hektar erreichte. In den Vorburgen entwickelte sich ein reges Wirtschaftsleben mit Metall- und Textilverarbeitung. 1180 besuchte zum letzten Mal ein Kaiser die Pfalz: Friedrich I. Barbarossa beendete hier in der Nähe von Braunschweig die Auseinandersetzungen mit Heinrich dem Löwen und forderte seine Anhänger zur Unterwerfung auf. Dass Barbarossa nach so langer Zeit auf den alten Pfalzort zurückgriff, zeigt dessen fortdauernde symbolische Bedeutung im Gedächtnis der Sachsen.

1240 vergab das Bistum Hildesheim den Zehnten der Werla an das Kloster Heiningen, dem auch die Pfalzkirche unterstellt wurde. Im 13. Jahrhundert gibt es noch Hinweise auf Umbauarbeiten. Bis ins 14. Jahrhundert lassen sich Besiedlungsspuren nachweisen, doch spätestens um 1550 scheint Werla mit seiner Pfarrkirche wüst gefallen zu sein. Die Bewohner siedelten sich vermutlich im nordwestlich gelegenen Burgdorf an, das heute Werla im Namen trägt. Die Steine der Pfalz wurden als Baumaterial wiederverwendet. Bis 1817 bestand noch eine Kapelle dort, deren Ursprung den Anwohnern nicht mehr bekannt war. Von der Existenz der Pfalz zeugten weiterhin rund 50 überlieferte Schriftquellen aus dem 10. bis 13. Jahrhundert.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Königspfalz WerlaVersionsgeschichteBearbeitungsstand 258749461redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Okernickentstanden 2012CC BY-SA 3.0Quelle