Konrad I. (Ostfrankenreich)
König des Ostfrankenreichs (881-918)
onrad trat seine Herrschaft unter schwierigen Voraussetzungen an. Das Reich litt seit Jahrzehnten unter Plünderzügen. Die Ungarn zogen anders als frühere Angreifer über offenes Land und waren schneller unterwegs. Nach der Niederlage der Bayern unter Luitpold in der Schlacht von Pressburg am 4. Juli 907 zogen die Ungarn 909 nach Alemannien. 910 wurde ein Reichsheer unter Ludwig dem Kind auf dem Lechfeld bei Augsburg besiegt. Als Ludwigs Herrschaft 911 mit seinem Tod endete, war das Reich den ungarischen Beutezügen nahezu schutzlos ausgeliefert. Die königliche Zentralmacht hatte durch Thronstreitigkeiten und schwache Könige an Ansehen verloren. Fünf Könige zwischen 876 und 911 konnten keine wirksame Königsmacht aufrechterhalten. Unter Arnulf, der vor allem seine Stellung in Bayern festigen wollte, kamen die Beziehungen zum Reich nahezu zum Stillstand.
Bereits der Tod des konradinischen Herzogs Gebhard 910 hatte die Stellung der Konradiner in Lothringen geschwächt. Im Juli oder August 911 wandten sich große Teile des lothringischen Adels von Ludwig dem Kind und den Konradinern ab. Im Januar 912 erschien König Karl III. in Lothringen und drang bis ins Elsass vor. Anfang November erkannten die Lothringer Karl den Einfältigen als König an. Zur Verteidigung seines Herrschaftsanspruchs führte Konrad in den Jahren 912 und 913 drei Feldzüge. Zunächst gelang es ihm, die Westfranken zurückzudrängen, doch fielen lothringische Große noch im selben Jahr erneut ins Elsass ein und brannten Straßburg nieder. Zwei weitere Feldzüge brachten keinen Erfolg. Seit 913 blieb Lothringen Konrads Einfluss entzogen. Dies bedeutete einen Prestigeverlust, da hier mit Aachen die Kaiserstadt des einstigen großfränkischen Reiches lag. Auch der Verlust der konradinischen Abtei St. Maximin in Trier dürfte als schmerzlich empfunden worden sein.
Gegenüber den Ungarn, die zwischen 912 und 917 mindestens viermal in sein Reich einfielen, blieb Konrad untätig. Die regionalen Führer waren auf sich allein gestellt, konnten aber Erfolge erzielen. 913 wurden die Ungarn zunächst von den Alemannen unter Pfalzgraf Erchanger und Graf Odalrich zurückgeschlagen. Herzog Arnulf vernichtete dann am Inn ein Heer fast vollständig. Ein Sieg über einen äußeren Feind hätte Konrads Ansehen stärken können. Nach dem Verlust Lothringens und dem Ausweichen vor den Ungarn begann die Königsherrschaft bereits 913 rasch an Autorität zu verlieren. Dies führte auch zum offenen Konflikt mit Heinrich in Sachsen, Berthold und Burchhard in Schwaben sowie mit Arnulf in Bayern.