Konzil von Basel
Synode im 15. Jahrhundert
apst Eugen IV. stand dem Konzil skeptisch gegenüber, da es außerhalb seines Machtbereichs tagte. Am 12. November 1431 löste er es mit der Bulle Quoniam alto auf und berief eine Versammlung nach Bologna. Die Basler Kirchenvertreter ignorierten dies und hielten am 14. Dezember 1431 ihre erste Sitzung ab. In der zweiten Sitzung am 15. Februar 1432 bestätigten sie die Konstanzer Dekrete zum Konziliarismus. Am 15. Dezember 1433 lenkte Eugen mit der Bulle Dudum sacrum ein und erkannte das Konzil an. Die ersten 25 Sitzungen gelten aus römisch-katholischer Sicht als ökumenisch. Bis 1437 arbeitete das Konzil nicht immer im Sinne des Papstes, aber auch nicht offen gegen ihn. Nikolaus Cusanus stieg in dieser Zeit zu einem führenden Konzilsgelehrten auf und verfasste De concordantia catholica. Der päpstliche Legat Ambrogio Traversari widmete sich den Einigungsverhandlungen mit Byzanz und der Ostkirche. Das Konzil schrieb zudem einen eigenen Ablass aus. Der ökumenische Charakter wird von der Mehrheit der katholischen Theologie bis September 1437 beziehungsweise bis 1445 bejaht.
Die Trennung von Papst Eugen IV. entstand aus Meinungsverschiedenheiten über den Ort der Verhandlungen zur Wiedervereinigung mit der griechischen Kirche. Am 18. September 1437 verlegte der Papst das Konzil mit der Entscheidung Doctoris gentium nach Ferrara, wodurch sich das Konzil spaltete. Die Mehrzahl der Teilnehmer blieb in Basel und wurde exkommuniziert. Am 24. Juni 1439 setzten sie ihrerseits Eugen ab. Am 5. November 1439 wählte das Konzil Amadeus VIII. von Savoyen zum Papst, der als Felix V. von 1439 bis 1449 als bisher letzter Gegenpapst in die Geschichte einging. 1447 verlor das Konzil die Unterstützung der deutschen Reichsfürsten. Nach dem Wiener Konkordat zwischen Friedrich III. und Eugen IV. wurde das Konzil am 4. Juli 1448 nach Lausanne verlegt und löste sich dort am 5. Mai 1449 selbst auf.
Das Konzil von Basel war auch politisch tätig und vermittelte in zahlreichen Konflikten Mittel- und Osteuropas, an denen auch Kaiser Sigismund teilnahm. Als größte Leistung gilt die Lösung der Hussitenfrage, die schon das Konzil von Konstanz belastet hatte. Die Utraquisten konnten die Vier Prager Artikel zwar nicht vollständig durchsetzen, erreichten aber die Wiederzulassung der Kelchkommunion in Böhmen, was auch durch die Landesversammlung in Iglau bestätigt wurde. Damit erfolgte erstmals die kirchliche Anerkennung einer abweichenden Gruppierung. Verhandelt wurden zudem Friedenslösungen für den Hundertjährigen Krieg, den Alten Zürichkrieg, Erbstreitigkeiten im Herzogtum Geldern, im Kurfürstentum Sachsen und in Böhmen, militärische Konflikte in Bayern sowie zwischen Polen und dem Deutschen Orden, und Auseinandersetzungen zwischen Bischof und Stadt in Bamberg, Magdeburg und Besançon sowie die Besetzung Aquilejas durch Venedig.