Konzil von Trient
19. ökumenisches Konzil der römisch-katholischen Kirche (1545–1563)
or dem Konzil war das 5. Laterankonzil von 1512 bis 1517 mit der Kirchenreform im Wesentlichen gescheitert, sodass die Forderungen der Reformatoren nach Erneuerung laut wurden und vor allem im deutschen Sprachraum großen Zulauf fanden. Papst Paul III. schrieb das Konzil nach langen Verhandlungen ursprünglich zum 1. November 1542 nach Trient aus. Trient erfüllte sowohl die Forderung des Kaisers nach einem Konzil auf deutschem Boden als auch die Forderung des Papstes nach einem Ort nahe Rom. Wegen des Krieges zwischen Kaiser und dem König von Frankreich musste die Einladung auf den 15. März 1545 verschoben werden, wirklich eröffnet wurde das Konzil erst am 13. Dezember 1545.
Bei der Eröffnung war die Zielsetzung zwischen Papst und dem römisch-deutschen Kaiser Karl V. umstritten: Der Kaiser drängte auf eine wirksame Kirchenreform, um die Unruhe im Reich beizulegen, während der Papst eine Verurteilung der protestantischen Lehren für vordringlich hielt. Unter Leitung der Legaten Del Monte, Cervini und Pole einigten sich die Konzilsväter darauf, Fragen der Lehre und die nötigen Reformmaßnahmen gleichzeitig zu beraten.
Der Rückzug nach Bologna in den Kirchenstaat verschärfte die Beziehung zwischen Papst und Kaiser weiter. Kurz zuvor, noch vor dem Sieg des Kaisers über den Schmalkaldischen Bund, hatte Paul III. das Bündnis mit Karl V. gekündigt und seine Hilfstruppen aus dem Reich abgezogen. Um einen größeren Riss zwischen Reich und Rom zu vermeiden, ordnete Paul an, in Bologna keine neuen Dekrete zu publizieren. Im Februar 1548 verfügte der Papst nach Protest des Kaisers die Suspension der Bologneser Verhandlungen, formell wurde das Konzil im September 1549 vorläufig geschlossen. Dennoch waren die Bologneser Verhandlungen wegweisend für den weiteren Verlauf, da hier schon Grundlagen für spätere Beschlüsse erörtert wurden.