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Krakau

Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen im Süden Polens

nter Kasimir I. dem Erneuerer wurde Krakau 1038 Hauptstadt Polens, nachdem er das von dem böhmischen Herzog Břetislav I. zerstörte Gnesen verlassen hatte. Gnesen blieb dennoch Sitz des wichtigsten polnischen Erzbistums und damit des polnischen Primas. Wegen seiner neuen Rolle entwickelte sich Krakau im 11. Jahrhundert sehr schnell. Es entstanden zahlreiche romanische Bauten, darunter die Marienrotunde auf dem Wawel, die Kirchen St. Adalbert und St. Andreas, die Benediktinerabtei Tyniec, das Prämonstratenserinnenkloster sowie der Stadtteil Okół um den heutigen Maria-Magdalena-Platz.

Nach dem Tod Kasimirs III. des Großen 1370 kam sein Neffe Ludwig von Anjou, zugleich König von Ungarn, an die Macht. Nach dessen Tod bestieg die 12-jährige Hedwig 1384 den polnischen Thron als König. Sie heiratete den litauischen Großfürsten Ladislaus Władysław II. Jagiełło und legte damit den Grundstein für die Union beider Staaten. Sie verstarb 1399 jung und vererbte ihr Vermögen der Krakauer Universität. Ihr Ehemann Władysław II. Jagiełło besiegte 1410 den Deutschen Orden bei Tannenberg militärisch und 1416 auf dem Konzil von Konstanz juristisch.

Sigismund I. der Alte ließ das 1499 niedergebrannte gotische Königsschloss, das Kasimir der Große errichtet hatte, von den florentinischen Meistern Francesco Fiorentino und Bartolomeo Berrecci im Stil der Renaissance wiederaufbauen. Die Sigismundkapelle auf dem Wawel von Berrecci gilt als schönstes Bauwerk der italienischen Renaissance außerhalb Italiens. Das Werk Berreccis war so überragend, dass einer seiner Landsleute, der ebenfalls als Künstler an den Krakauer Hof gekommen war, diesen 1534 aus Neid auf dem Krakauer Marktplatz niederstach. Berrecci wurde mit großen Ehren in der Fronleichnamskirche in Kazimierz beigesetzt.

Im Zuge der Dritten Teilung Polens wurde Krakau 1795 in der Habsburgermonarchie dem Kronland Galizien zugeordnet, dem habsburgischen Anteil aus der Ersten Teilung Polens 1772. Im Frieden von Schönbrunn musste Österreich es 1809 zusammen mit Westgalizien an das von Napoleon Bonaparte 1807 errichtete Herzogtum Warschau abtreten. Nach der Aufteilung des Herzogtums im Wiener Kongress 1815 stand die neu geschaffene Republik Krakau bis 1846 unter dem gemeinsamen Protektorat seiner Nachbarn Russland, Preußen und Österreich und wurde zu einer liberalen und wohlhabenden Handelsenklave in Mitteleuropa.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel KrakauVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270471701redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: XEvansGambitxentstanden 2021CC BY-SA 4.0Quelle