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Landgrafschaft Hessen-Kassel

deutsches Reichsfürstentum im Heiligen Römischen Reich, von der älteren Linie des Hauses Hessen regiert

ie Landgrafschaft entstand 1567 durch eine Erbteilung der Landgrafschaft Hessen. Landgraf Philipp I. hatte in seinem Testament die Aufteilung unter seinen vier Söhnen angeordnet und damit die Einheit des Landes familiären Erwägungen geopfert. Wilhelm IV. erhielt mit Hessen-Kassel etwa die Hälfte des Territoriums samt Hauptstadt Kassel. Nach dem Aussterben der Linien Hessen-Rheinfels 1583 und Hessen-Marburg 1604 blieben nur noch Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt bestehen; erst 1945 endete die Teilung Hessens mit der Gründung des Bundeslandes. Um 1580 lebten in der gesamten Landgrafschaft rund 250 000 Menschen, deren Leben von Lehenswesen, Diensten und Abgaben an Grundherren geprägt war.

Landgrafschaft Hessen-KasselTerritorium auf der Karte 164851.3197 N, 9.4978 OAuf der Karte zeigen

Vor 1567 war Hessen unter Philipp I. protestantische Vormacht im Reich gewesen, von hier gingen Impulse der Reformation wie das Marburger Religionsgespräch aus. Nach der Teilung fiel diese Rolle an Brandenburg, Sachsen und die Pfalz. Landgraf Moritz führte 1605 das reformierte Bekenntnis ein, obwohl Ludwig von Hessen-Marburg testamentarisch das lutherische Bekenntnis verfügt hatte; daraus entstand der bis 1648 währende Hessenkrieg mit dem lutherischen Hessen-Darmstadt. Die vertriebenen lutherischen Professoren aus Marburg gründeten 1607 die Universität Gießen. Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 prägte die folgenden Jahrzehnte des Landes.

Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges 1776 bis 1783 verpflichtete sich Hessen-Kassel vertraglich, Großbritannien 15 Regimenter, vier Grenadierbataillone, zwei Jägerkompanien und Artillerie zu überlassen. Geschätzt wurden über 16 000 Söldner verkauft, von denen 6 500 ihr Leben verloren; allein in der Schlacht von Yorktown gerieten etwa 1 300 deutsche Söldner in Gefangenschaft. Da die Mehrzahl der deutschen Hilfstruppen aus Hessen stammte, wird in den USA das Wort die Hessen oft synonym für alle deutschen Söldner verwendet. Die Einnahmen finanzierten ein stehendes Heer, repräsentative Anlagen wie den Bergpark Wilhelmshöhe und Schloss Wilhelmshöhe sowie Zahlungen an versehrte Soldaten und deren Familien.

Gleichzeitig mit dem 1803 vollzogenen Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation der geistlichen Herrschaften wurde der Landgraf von Hessen-Kassel zum Kurfürsten des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation erhoben. Daraus entstand die spätere Bezeichnung Kurhessen. Zugleich erwarb das Land die vormals kurkölnische Stadt Volkmarsen sowie das aus vier kurmainzischen Enklaven neu geschaffene Fürstentum Fritzlar.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Landgrafschaft Hessen-KasselVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269719948redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Guillaume Delisle, publiziert von Covens & Mortier, Amsterdam (Guillaume Delisle, published by Covens & Mortier, Amsterdam)entstanden 2007Public domainQuelle