Laurentius von Rom
römischer Diakon
er hagiographischen Überlieferung zufolge war er als Archidiakon von Rom für die Verwaltung des örtlichen Kirchenvermögens und seine Verwendung zu sozialen Zwecken zuständig. Nachdem der römische Kaiser Valerian Papst Sixtus II. hatte enthaupten lassen, wurde Laurentius ausgepeitscht und aufgefordert, den Kirchenschatz innerhalb von drei Tagen herauszugeben. Daraufhin verteilte Laurentius angeblich diesen an die Mitglieder der Gemeinde und präsentierte Arme und Kranke als den wahren Schatz der Kirche dem Kaiser. Der Hauptmann ließ ihn deswegen mehrfach foltern und dann angeblich auf einem glühenden Eisenrost hinrichten. Aus diesem Grund wird der Märtyrer mit dem Rost als Attribut dargestellt.
Schon in der Frühzeit des Christentums galt Laurentius als bedeutender Heiliger. Neben seinem Grab vor den Stadtmauern Roms wurde zur Zeit Konstantins des Großen eine Basilika erbaut. Die später über dem Grab gebaute Kirche und eine weitere Basilika davor sind seit dem frühen Mittelalter in einer einzigen Kirche, San Lorenzo fuori le mura, vereinigt. Sie zählt zu den sieben Pilgerkirchen von Rom.
Der Laurentius-Kult in Deutschland verbreitete sich nach dem Sieg König Ottos I. gegen die Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg, die am Laurentiustag, dem 10. August 955, stattfand. Neben Sebaldus ist der heilige Laurentius Stadtpatron von Nürnberg. Die Lorenzkirche ist seinem Patrozinium geweiht.