Lausitz
Region in Deutschland und Polen
Bevölkerung zwischen Germanen, Sorben und dem Reich
n der frühen Völkerwanderungszeit siedelten germanische Hermunduren in der Lausitz und assimilierten die Vorbevölkerung, wanderten aber später größtenteils nach Thüringen ab. Der verbliebene germanische Rest vermischte sich mit den neu einwandernden slawischen Sorben. Ob die Christianisierung von deutscher oder slawischer Seite ausging, ist umstritten. Nach einer ersten deutschen Eroberung im 10. Jahrhundert blieb die slawische Bevölkerung ansässig. Erst mit der zweiten, endgültigen Angliederung an das ostfränkische Reich im Jahr 1031, festgelegt im Frieden von Bautzen mit Polen, begann ab dem 12. Jahrhundert die langsame Ansiedlung deutscher Siedler, vor allem im Lausitzer Bergland und in freien Gefildestellen.
Verwaltungszentren der beiden Lausitzen
Für die Niederlausitz war Lübben das historische Verwaltungszentrum des Markgraftums Niederlausitz. In der Oberlausitz bildeten die Sechsstädte mit Bautzen als Verwaltungszentrum und Görlitz als größter Stadt den politischen Mittelpunkt, ergänzt durch Lubań, Zittau, Löbau und Kamenz.
Von der Mark Lausitz zu wechselnden Grenzen
Früher bezeichnete man mit „Lausitzen“ zwei getrennte Länder, wobei der Name eigentlich nur für das Land der Lusitzi, die Niederlausitz als Mark Lausitz, galt. Die Oberlausitz, das Land der Milzener, hieß lange Sechsstädteland und trägt erst seit Ende des 15. Jahrhunderts ebenfalls den Namen Lausitz. 1816 kam die vom Königreich Sachsen abzutretende nordöstliche Hälfte der Oberlausitz zur preußischen Provinz Schlesien. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es von sorbischer Seite Bestrebungen für einen Lausitzer Freistaat. Zwischen Kriegsende und der Gründung der DDR forderte der Sorbische Nationalrat, gebildet aus der wiedergegründeten Domowina und dem in Prag ansässigen Sorbischen Nationalausschuss, die Unabhängigkeit der Lausitz oder ihren Anschluss an die Tschechoslowakei. Bei den Verhandlungen zum Einheitsvertrag forderte die Domowina, die gesamte Lausitz Sachsen zuzusprechen; nach Volksbefragungen wurden schließlich nur die Kreise Hoyerswerda und Weißwasser sächsisch.