Leipziger Konvent
Konferenz der protestantischen Reichsstände
Vorgeschichte
aiser Ferdinand II. hatte am 6. März 1629 das Restitutionsedikt erlassen, wonach jede Wegnahme katholischen Kirchenguts nach dem Passauer Vertrag von 1552 unrechtmäßig sei. Betroffen waren zwei Erzbistümer, elf Bistümer und über 500 Klöster. Für Mitteldeutschland hätte dies die Rückgabe des Erzbistums Magdeburg und des Bistums Halberstadt bedeutet, während Merseburg, Naumburg und Zeitz dem Kurfürsten von Sachsen überlassen bleiben sollten. Die protestantischen Reichsstände lehnten das Edikt ab, ebenso Wallenstein. Am 6. Juli 1630 landete Gustav II. Adolf mit 13.000 Mann auf Usedom, wodurch die brandenburgischen Ansprüche auf Pommern bedroht waren. Johann Georg blieb dennoch bei seiner kaisertreuen Haltung, wie schon 1620 gegenüber Friedrich von der Pfalz vor der Schlacht am Weißen Berg, und erhielt dafür die Pfandschaft über die Oberlausitz und die Niederlausitz.
Ziele des Leipziger Konvents
Der Kaiser hatte Sachsen aufgefordert, beide Lausitzen gegen Mecklenburg einzutauschen, was Johann Georg direkt den Schweden ausgesetzt und seine Territorialpolitik gefährdet hätte. Von Februar bis April 1631 trafen sich deshalb die Kurfürsten von Sachsen und Brandenburg mit Wilhelm und Bernhard von Sachsen-Weimar sowie weiteren 160 protestantischen Fürsten und Ständen. Am 28. März 1631 verabschiedeten sie eine Erklärung zur Rücknahme des Restitutionsediktes mit dem Charakter einer Kriegserklärung, das Leipziger Manifest. Friedrich V., Bogislaw XIV. und die Stadt Magdeburg unterzeichneten nicht. Am 4. April 1631 sandte Johann Georg I. das Manifest an den Kaiser. Der Konvent beschloss zudem ein Heer von 40.000 Mann unter Hans Georg von Arnim. Da der Kaiser nicht reagierte, stellten sich am 21. April 1631 die Fürsten des Leipziger Bundes gegen ihn.
Folgen des Leipziger Konvents
Gustav II. Adolf beantwortete die Politik des Konvents im April 1631 mit der Erstürmung von Küstrin und Frankfurt, der Kaiser mit der Belagerung und Brandschatzung Magdeburgs im Mai 1631. Im September 1631 rückte Tilly über Merseburg vor Leipzig, was Johann Georg I. zur Aufgabe seiner Neutralität zwang. Am 11. September 1631 wurde in Coswig der schwedisch-sächsische Bündnisvertrag unterzeichnet, und am 17. September 1631 siegten Schweden und Sachsen in der Schlacht bei Breitenfeld. Die Beschlüsse des Leipziger Konvents blieben damit gegenstandslos. Im Prager Frieden vom 30. Mai 1635 erreichte Johann Georg I. jedoch die Aussetzung des Restitutionsediktes bis 1675 und die Übertragung beider Lausitzen an Sachsen. Sachsen blieb bis in die 1640er Jahre Kriegsschauplatz; seine Bevölkerung sank bis Kriegsende auf 400.000 Menschen.