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Leopold II. (HRR)

Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, König von Ungarn, Böhmen, Erzherzog von Österreich, etc., Großherzog der Toskana, aus dem Haus Habsburg-Lothringen

eopold wurde als neuntes Kind von Maria Theresia und Kaiser Franz Stephan von Lothringen geboren und erhielt eine der Aufklärung verpflichtete Erziehung, unter anderem durch den Rechtsgelehrten Carl Anton Martini. Nach dem frühen Tod seines Bruders Karl war er für die Nachfolge im Großherzogtum Toskana vorgesehen. 1765 heiratete er in Innsbruck die spanische Prinzessin Maria Ludovica; kurz darauf starb dort sein Vater, und Leopold übernahm die Herrschaft in der Toskana, die zur habsburgischen Sekundogenitur wurde. Aus der Ehe gingen sechzehn Kinder hervor.

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Nach dem Ende der Ära Orsini-Rosenberg bestimmte Leopold die toskanische Politik selbst. Zünfte wurden abgeschafft, eine Handelskammer und Gewerbefreiheit eingeführt, die Verwaltung modernisiert und die Armee durch eine Bürgermiliz ersetzt. Ab 1778/79 erhöhte sich das Reformtempo, doch eine Kirchenreform scheiterte 1787 an einer Bischofsversammlung. Leopold plante wiederholt eine repräsentative Verfassung, orientiert an Vorbildern wie der Schweiz, kam aber wegen außenpolitischer Umstände und Konflikten mit Kaiser Joseph II. nicht zur Umsetzung. 1786 schaffte er Todesstrafe und Folter ab und machte die Toskana zum ersten Staat ohne Todesstrafe.

Nach Josephs überraschendem Tod im Februar 1790 übernahm Leopold die Herrschaft über die habsburgischen Erblande in einer schwierigen Lage mit drohenden Kriegen und Aufständen. Am 27. Juli 1790 schloss er mit Preußen die Reichenbacher Konvention und sicherte sich damit die Kaiserwahl. Am 30. September 1790 wurde er zum Kaiser gewählt und am 9. Oktober in Frankfurt am Main gekrönt. 1791 folgte der Frieden von Sistowa mit dem Osmanischen Reich. Anfangs stand Leopold der Französischen Revolution positiv gegenüber, unterschätzte aber ihre Dynamik. Im August 1791 proklamierte er mit Preußen die Pillnitzer Deklaration, die die französische Kriegsbereitschaft verstärkte und zu einem Auslöser des Ersten Koalitionskrieges wurde.

Leopold II. starb völlig unerwartet am 1. März 1792, nachdem sein Sterben mit leichtem Durchfall nach der Rückkehr von der Königskrönung in Prag begonnen hatte. Gerüchte über einen Giftmord kamen auf, doch eine Autopsie stellte eine Lungenentzündung als Todesursache fest. Er wurde in der Toskana-Gruft der Kapuzinergruft in Wien bestattet, wobei sein Körper wie bei 41 Personen auf drei traditionelle Wiener Begräbnisstätten verteilt wurde. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Franz als Franz II., der sich von der Reformpolitik seiner beiden Vorgänger abwandte.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Leopold II. (HRR)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 265626084redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Josef Kisentstanden 1801–1900Public domainQuelle