Liemar
Erzbischof von Hamburg und Bremen
Ernennung und politische Haltung
u Pfingsten 1072 setzte König Heinrich IV. Liemar als Nachfolger des zwei Monate zuvor gestorbenen Erzbischofs Adalbert ein. Papst Alexander II. verlieh ihm das Pallium. Wie schon Adalbert richtete Liemar seine Politik an den Interessen des Reichs aus. Im Sachsenkrieg und im Investiturstreit hielt er zu Heinrich IV. Dafür wurde er von Papst Gregor VII. abgesetzt und exkommuniziert. In seinem Reichsdienst überquerte Liemar sechs Mal die Alpen und begleitete Heinrich IV. auch beim Gang nach Canossa.
Abwesenheit und Folgen für Bremen
Als Erzbischof ließ Liemar den Bremer Dombezirk mit einem starken Wall befestigen. Doch seine häufige Abwesenheit schadete der territorialen Entwicklung des Stifts. In den 29 Jahren seiner Amtszeit war er nur 11 Jahre in Bremen, in den ersten 13 Jahren sogar nur zwei Jahre.
Gefangenschaft und Verlust der Vogtei
1088 geriet Liemar bei einem Überfall auf das Lager des Kaisers bei der Burg Gleichen in die Hand Ekberts von Meißen. Er musste sich mit 300 Mark Silber und der Abtretung der bremischen Stiftsvogtei freikaufen. Diese Vogtei fiel danach den Grafen von Stade zu, den sächsischen Gegnern des Erzbistums.
Nachwirkungen nach seinem Tod
Erst nach Liemars Tod erreichte der dänische König Erik Ejegod 1103 mit einer zweiten Italienreise die Einrichtung des Erzbistums Lund, dem sich Liemar und schon sein Vorgänger Adalbert widersetzt hatten. Sein Nachfolger Humbert musste 1104 die drastische Verkleinerung des Bremer Zuständigkeitsgebietes hinnehmen.