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Lothringen

Landschaft, ehemals eigene Region im Nordosten Frankreichs

43 entstand aus einer Dreiteilung des Fränkischen Reichs das Lotharii Regnum, das Reich des Lothar, auch Lotharingien genannt. Es lag zwischen dem Ost- und dem Westfränkischen Reich und reichte ursprünglich vom Mittelmeer bis zur Nordsee. 870 wurde das Gebiet zwischen beiden Reichen aufgeteilt, der Name blieb jedoch bestehen, wobei zwischen Oberlothringen und Niederlothringen unterschieden wurde. Während Niederlothringen im Mittelalter in mehrere Fürstentümer zerfiel, bestand im oberlothringischen Raum das Herzogtum Lothringen fort, das bis 1766 Teil des Heiligen Römischen Reiches war. 1635 griff Frankreich in den Dreißigjährigen Krieg ein und unterstützte schwedische Truppen gegen kaiserliche Truppen in Elsass und Lothringen. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 verfolgte Frankreich unter Ludwig XIV. die Reunionspolitik, die zur Eroberung Lothringens führte, ausgelöst oder als Vorwand genommen durch die Unterstützung der Fronde durch Karl IV., Herzog von Lothringen.

Nach dem Sieg Preußens und seiner Verbündeten im Deutsch-Französischen Krieg 1871 wurden die Gebiete mit mehrheitlich deutschsprachiger Bevölkerung im Nordosten Lothringens als Bezirk Lothringen zusammen mit dem Elsass zum Reichsland Elsaß-Lothringen dem neu gegründeten Deutschen Reich angegliedert. Der Grenzverlauf schloss dabei französischsprachiges Gebiet in größerem Umfang ein, insbesondere die Stadt Metz und ihr Umland. Das Reichsland besaß anfangs keine Eigenständigkeit und war unmittelbar dem Deutschen Kaiser unterstellt. Elsass und der nordöstliche Teil Lothringens besaßen jeweils eine eigenständige regionale Identität, das Elsass gehörte zum alemannischen, der deutschsprachige Teil Lothringens zum fränkischen Kulturraum. Eine erwogene Angliederung Lothringens an die Pfalz und des Elsass an Baden wurde verworfen. Der größere Teil Lothringens verblieb 1871 auf französischer Seite, wofür ein neues Département eingerichtet wurde: Das Département Meurthe-et-Moselle mit der Hauptstadt Nancy entstand aus dem bei Frankreich verbliebenen Département Meurthe und dem westlichen Teil des ehemaligen Départements Moselle.

In den Jahren 1914 bis 1918 war Lothringen eines der Hauptkampfgebiete an der Westfront. 1914 fand die Schlacht in Lothringen und 1916 die Schlacht um Verdun statt. Nach der deutschen Niederlage wurde 1918 der nordöstliche Teil Lothringens durch den Friedensvertrag von Versailles wieder vom Deutschen Reich getrennt und als Département Moselle von Frankreich annektiert. Danach galt die französische Sprache gesetzlich als alleinige Amts- und Schulsprache, auch für die deutschsprachige Bevölkerung. Alle deutschen Einwohner, die erst nach 1871 zugezogen waren, wurden ausgewiesen, aus Elsass-Lothringen insgesamt 250.000 Personen, davon 100.000 aus Lothringen.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel LothringenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269498114redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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