Ludwig der Kelheimer
Herzog von Bayern und Pfalzgraf bei Rhein
Aufstieg unter den Staufern und Erwerb der Pfalzgrafschaft
192 erhielt Ludwig in Anwesenheit Kaiser Heinrichs VI. die Schwertleite, der ihm kurz darauf das Herzogtum in einer Fehde um Lehen sicherte. Ludwig blieb bis zu dessen Tod ein loyaler Anhänger und begleitete ihn 1194 nach Italien. Im folgenden Thronstreit unterstützte er Philipp von Schwaben. Nach der Ermordung König Philipps 1208 durch seinen Cousin Otto VIII. von Wittelsbach wechselte Ludwig als erster Parteigänger der Staufer ins Lager Ottos IV., ließ die Burg Wittelsbach schleifen und erreichte, dass auch Bischof Ekbert von Bamberg beschuldigt wurde, wodurch er Güter der Andechs-Meranier in Bayern an sich brachte. Otto IV. bestätigte ihm die Erblichkeit des Herzogtums. 1212 wechselte Ludwig wieder ins staufische Lager zu Friedrich II. Nach dem Tod des einzigen Sohnes von Pfalzgraf Heinrich 1214 wurde Ludwig mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein belehnt und verlegte seinen Hauptsitz nach Heidelberg.
Stadtgründungen und Residenzen
Ludwigs Bedeutung liegt auch in seinen Stadtgründungen. Er gründete 1204 Landshut, 1218 die Straubinger Neustadt und 1224 Landau an der Isar. Nachdem Ende des 12. Jahrhunderts die Burg Wartenberg abgebrannt war, machte er Kelheim und Landshut zu seinen bevorzugten Residenzen und ließ um 1204 in Landshut die Burg Trausnitz neu erbauen. In München residierte er im Alten Hof, den vielleicht schon sein Vater begründet hatte. Sein erster belegter Aufenthalt in München datiert auf das Jahr 1200. Um 1220 begann unter seiner Herrschaft der Bau des Herzogshofs in Regensburg am Alten Kornmarkt.
Reichsgubernator, Kreuzzug und Konflikt mit dem Mündel
1221 nahm Ludwig am Fünften Kreuzzug nach Ägypten teil und geriet im August in die Gefangenschaft des Sultans al-Kamil, aus der er später gegen Lösegeld freikam. Zurück in Deutschland wurde er 1226 auf Wunsch Friedrichs II. Vormund für dessen Sohn König Heinrich (VII.) und erhielt auf dem Reichstag zu Augsburg im Juli 1226 das Amt des Reichsgubernators. Im Folgejahr scheiterte er beim Versuch, Braunschweig zu erobern. Am 25. Dezember 1228 entledigte sich Heinrich der Vormundschaft Ludwigs. Danach verschlechterte sich das Verhältnis zu Heinrich und zum Kaiser, 1229 kam es sogar zu militärischen Auseinandersetzungen, in denen Ludwig in die Defensive geriet. 1230 zog er sich auf seine Kelheimer Burg zurück.
Tod und Nachfolge
Im September 1231 wurde Ludwig auf einer Brücke über die Kleine Donau in Kelheim ermordet, der unbekannte Attentäter wurde sogleich getötet. Die Tathintergründe blieben ungeklärt, spekuliert wurde sowohl über eine spontane Tat als auch über politische Gegner wie König Heinrich VII., die Grafen von Andechs oder innerbairische Adlige. Ludwigs Grab befindet sich im Kloster Scheyern. Sein Sohn und Nachfolger Otto der Erlauchte ließ die Kelheimer Brücke abbrechen und das Tor in eine Kapelle umwandeln, danach verlagerte sich der herzogliche Vorort nach Landshut. Seine Witwe Ludmilla stiftete 1232 zum Gedächtnis Ludwigs das Kloster Seligenthal bei Landshut.