Ludwig I. (Bayern)
König von Bayern (1825–1848)
it der Erhebung Bayerns zum Königreich am 1. Januar 1806 wurde Ludwig Kronprinz. Ein Heiratsvertrag von 1799 sah seine Ehe mit einer Tochter Zar Pauls I. vor, doch Napoleon widersetzte sich, und der Plan wurde 1808 aufgegeben. Am 12. Oktober 1810 heiratete Ludwig Therese von Sachsen-Hildburghausen, das Fest dazu begründete das Oktoberfest. 1811 wurde der Thronfolger Maximilian geboren, insgesamt entstammten der Ehe neun Kinder. Nach seiner Ernennung zum Generalgouverneur 1810 residierte das Paar in Innsbruck und Salzburg, nach dem Vertrag von München 1816 dann in Würzburg. Auf dem Wiener Kongress 1815 verfocht Ludwig eine nationaldeutsche Politik. 1817 war er maßgeblich am Sturz des Ministers Montgelas beteiligt, dessen Entlassung sein Vater am 2. Februar 1817 durchsetzte.
Nach dem Tod seines Vaters am 13. Oktober 1825 wurde Ludwig als bayerischer König inthronisiert. Die als national und liberal geltende Thronbesteigung wurde mit großen Hoffnungen verbunden. Die Schreibweise Bayern mit y geht auf eine Anordnung Ludwigs vom 20. Oktober 1825 zurück, im Zusammenhang mit seinem Philhellenismus. 1837 änderte er seine Titulatur zu König von Bayern, Herzog von Franken, Herzog in Schwaben und Pfalzgraf bei Rhein und belebte damit mittelalterliche Titel wieder, die vom Reichsdeputationshauptschluss von 1803 nicht angetastet worden waren. Bei der Gebietsreform vom November 1837 wurden die staatlichen Kreise von Flussnamen zu historischen Namen umbenannt, etwa aus dem Isarkreis wieder Oberbayern. Bereits 1835 hatte er ein neues Staatswappen verordnet, das die Landesteile widerspiegelte und der regionalen Eigenständigkeit von Franken und Pfälzern entgegenkam.
Zu Beginn seiner Restaurationspolitik betrieb Ludwig eine gemäßigt liberale Politik auf Basis der Verfassung von 1818 und hob die Pressezensur eineinhalb Monate nach Amtsantritt auf. 1826 verlegte er die Universität von Landshut nach München. 1829 kam der Süddeutsche Zollverein zustande, 1834 trat Ludwig dem Deutschen Zollverein bei. Er sanierte den Staatshaushalt durch Einsparungen, auch beim Militäretat. Nach der Julirevolution 1830 in Paris zeigte seine Politik im Vormärz zunehmend reaktionäre Tendenzen, er führte die Zensur wieder ein. Das Hambacher Fest 1832 auf dem Hambacher Schloss wurzelte in der Unzufriedenheit der pfälzischen Bevölkerung mit der bayerischen Verwaltung. Nach den Unruhen rückte Carl Philipp von Wrede mit einem 8.000 Mann starken Armeekorps in den bayerischen Rheinkreis ein.