Maximilian I. Joseph
König von Bayern (1806-1825)
ach dem Tod des bayerischen Kurfürsten Karl Theodor wurde Max Joseph im Februar 1799 als Maximilian IV. Joseph dessen Nachfolger in allen Gebieten der Wittelsbacher. Die Personalunion Pfalz-Baiern war damals der drittgrößte Länderkomplex des Reiches. Als Karl Theodor am 16. Februar 1799 starb, standen knapp 110.000 Mann österreichischer Truppen in Bayern, doch Österreich versuchte wegen der allgemeinen politischen Lage und des beginnenden Zweiten Koalitionskriegs nicht, unmittelbar Zugriff auf Bayern zu erreichen. Der neue Kurfürst fand das bayerische Heer bei seinem Regierungsantritt in erbärmlichem Zustand vor. Max Joseph konnte sein Erbe ohne Zwischenfälle antreten.
Einen Tag nach Max Josephs Eintreffen in München wurde Montgelas am 21. Februar 1799 zum Minister der Auswärtigen Angelegenheiten und des Landesherrlichen Hauses ernannt. Zwischen 1796 und 1817 bestand eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen beiden Männern; theoretische Konzeptionen gingen überwiegend von Montgelas aus, die konkreten Entscheidungen überließ er jedoch stets seinem Fürsten. Max Joseph hatte immense persönliche Schulden angesammelt, die er sich vom Staat begleichen ließ: den 3.659.068 fl persönlicher Schulden standen 5.767.712 fl Staatseinnahmen gegenüber, das waren 63 Prozent des Jahresetats. Um die Staatsausgaben zu schultern, führte er neue direkte Steuern ein, etwa Grundsteuer, Haussteuer und Gewerbesteuer, und beschloss Zwangsanleihen sowie den Einzug von Kirchensilber.
Für seine Bündnistreue seit dem Geheimvertrag von Bogenhausen 1805 wurde Bayern durch den Frieden von Pressburg, als Österreich Tirol und Vorarlberg an Bayern verlor, zum Königreich aufgewertet. Max Joseph wurde am 1. Januar 1806 in München als Maximilian I. Joseph zum ersten König Bayerns proklamiert. Seine Tochter Auguste Amalia Ludovika heiratete am 13. Januar 1806 Eugène de Beauharnais, den Stiefsohn Napoleons. Der formelle Austritt Bayerns aus dem Reichsverband unter Verzicht auf die Kurwürde erfolgte im Juli 1806 mit der Rheinbundakte, und im August legte Franz II. die römisch-deutsche Kaiserkrone nieder. 1809 brach der Tiroler Volksaufstand aus, und nach dem Frieden von Schönbrunn musste Bayern westliche Teile Schwabens an Württemberg zurückgeben und verlor Südtirol an Frankreich.
Der König gilt mit Montgelas als Schöpfer des modernen bayerischen Staates. Schon 1802 wurde die Säkularisation in Bayern besonders konsequent durchgeführt, zahlreiche Klöster wurden aufgehoben. Sie teilten das Land in 15 Verwaltungskreise ein und reduzierten deren Zahl 1810 auf acht, führten die allgemeine Schulpflicht ein und schufen durch Vereinheitlichung von Maßen, Gewichten und Währung sowie die Abschaffung der Binnenzölle 1807 einen einheitlichen Wirtschaftsraum. Das Münchner Regulativ von 1805 gewährte den Israeliten erste, noch nicht sehr weitgehende Rechte. 1808 gewährte Max Joseph Bayern zudem eine erste Verfassung mit der ersten deutschen Grundrechtsgarantie für den Bürger.