Ludwig III. (Pfalz)
Pfalzgraf und Kurfürst von der Pfalz
udwig war Sohn Kurfürst Ruprechts III. von der Pfalz und Elisabeth von Hohenzollern-Nürnberg. Sein Vater war von 1398 bis 1410 Pfalzgraf bei Rhein und von 1400 bis 1410 auch römisch-deutscher König. Da seine älteren Brüder Ruprecht Pipan 1397 und Friedrich 1401 starben, rückte Ludwig als drittältester Sohn nach.
Schon unter seinem Vater wurde Ludwig zu Regierungsaufgaben herangezogen und amtierte 1401 bis 1402 als Reichsvikar. 1402 heiratete er Prinzessin Blanca von England, die 1409 verstarb, bevor er selbst zur Regierung kam. Nach dem Tod des Vaters wurde das Erbe unter den vier Söhnen aufgeteilt. Ludwig wurde am 3. Oktober 1410 Haupterbe in der Kurpfalz und Nachfolger in der Kurwürde, während seine Brüder Johann, Otto und Stefan die Gebiete Pfalz-Neumarkt, Pfalz-Mosbach und Pfalz-Simmern erhielten. Stefans Nachkommen sollten ab 1559 die Kurpfalz regieren.
Als Kurfürst förderte Ludwig die Heidelberger Universität und vermachte ihr 1421 seine Bücher, die zusammen mit weiteren Sammlungen den Grundstock der Bibliotheca Palatina bildeten. Er unterstützte 1411 die Wahl Sigismunds von Luxemburg und wurde dessen Reichsvikar. Auf dem Konzil von Konstanz hatte er wesentlichen Anteil daran, dass Papst Gregor XII. zur Abdankung bewogen wurde. Als Reichsrichter und Reichsvikar musste er die Urteile des Konzils vollstrecken, so wurde Johannes Hus am 6. Juli 1415 unter seiner Aufsicht verbrannt, ebenso Hieronymus von Prag am 30. Mai 1416. Er nahm zudem den geflüchteten Gegenpapst Johannes XXIII. gefangen und hielt ihn auf dem Heidelberger Schloss und später auf Burg Eichelsheim fest, bis dieser nach der Wahl von Papst Martin V. am 11. November 1417 in Konstanz schließlich 1419 freikam.
Nach dem Tod seines Sohnes Ruprecht am 5. Mai 1426 unternahm Ludwig 1427 eine Pilgerfahrt ins Heilige Land, von der er schwer krank zurückkehrte. Seit 1430 war er nahezu erblindet. 1435 entmachteten ihn seine zweite Frau Mechthild von Savoyen und ihre Räte, worauf sein Bruder Otto die Regierungsgeschäfte übernahm. Ludwig starb 1436 in Heidelberg und wurde in der Heiliggeistkirche beigesetzt. Nachfolger wurde sein Sohn Ludwig IV., der schon mit 25 Jahren starb und dessen einjähriges Kind Philipp Erbe wurde, für das Friedrich der Siegreiche die Regierung übernahm.