Martin V.
Papst (1417–1431)
ddo Colonna, unehelicher Sohn eines Kardinals, studierte Recht in Perugia und diente mehreren Päpsten. Ab 1405 war er Kardinaldiakon, brach 1408 mit der römischen Fraktion und beteiligte sich am Konzil von Pisa. Ab 1410 leitete er als Kardinal die Ermittlungen gegen Jan Hus. Am 11. November 1417 wählten ihn 23 Kardinäle und 30 Delegierte während des Konzils von Konstanz zum Papst, nachdem die Päpste in Pisa, Rom und Avignon abgesetzt worden waren. Er nahm den Namen des Tagesheiligen Martin von Tours an und erhielt am 21. November 1417 die Tiara. Während das Konzil im Dekret Haec sancta synodus vom 6. April 1415 die Oberhoheit der Konzile über den Papst festgelegt hatte, arbeitete Martin von Anfang an auf eine Erneuerung des päpstlichen Primates hin und ignorierte die eigentlichen Reformfragen. Überlegungen, die Kurie nach Deutschland oder zurück nach Avignon zu verlegen, lehnte er ab, um das Papsttum nicht wieder nationalen Interessen zu unterwerfen.
Da Johanna II. von Neapel mit ihren Truppen Rom besetzt hielt und der Kirchenstaat im Chaos lag, musste Martin zunächst in Mantua und Florenz residieren. Erst drei Jahre nach seiner Wahl, am 29. September 1420, zog er in Rom ein, nachdem die Königin ihre Truppen abgezogen hatte. Dort begann er mit dem Wiederaufbau der Stadt und des Kirchenstaates und holte als erster Renaissancepapst bedeutende Künstler an seinen Hof. An einer Kirchenreform zeigte er jedoch kein Interesse. Obwohl er persönlich bescheiden lebte, gelangte durch seinen Nepotismus fast ganz Latium in die Hände seiner Familie, der Colonna, die sich zu einer mächtigen Dynastie entwickelten. In seine Amtszeit fiel auch der Kompromiss der Martinianischen Konstitutionen, der die Spaltung des Franziskanerordens nicht verhindern konnte.
In Neapel wurde die Herrschaft Johannas II. vom päpstlich unterstützten Ludwig von Anjou bedroht, den Martin 1420 mit dem Königreich Neapel belehnt hatte. Johanna adoptierte zunächst Alfons V. von Aragon, erklärte diese Adoption später für ungültig und adoptierte stattdessen Ludwig. Alfons, seit 1416 König von Sardinien, erkannte dies nicht an und wurde 1442 dennoch König von Neapel. Die Auseinandersetzungen stärkten das Papsttum, weil neapolitanische Einmischungen in die Kurie wegfielen. Martin schloss mit fünf Konzilnationen eigene Konkordate ab, die den päpstlichen Zentralismus beschnitten, aber offene Fragen des Verhältnisses von Staat und Kirche klärten. Entsprechend dem Konzilsdekret Frequens vom 9. Oktober 1417 berief er kurz vor seinem Tod ein Konzil in Basel ein, das erst sein Nachfolger Eugen IV. am 23. Juli 1431 eröffnen konnte.