Maas
linker Nebenfluss des Rheinmündungsdeltas
Römerzeit
ömische Truppen unter Caesar eroberten im Gallischen Krieg Gallien. Das Quellgebiet der Maas im Bereich des Plateau von Langres lag in der Provinz Germania superior. Der übrige Maasabschnitt südlich der Ardennen gehörte zur Provinz Belgica, der Mittel- und Unterlauf zur Provinz Germania inferior.
Fränkisches Reich
Bei der Aufteilung des Fränkischen Reichs unter den Söhnen Ludwigs des Frommen nach dessen Tod wurde die Maas zur Grenze zwischen dem Westfränkischen Reich unter Karl dem Kahlen und dem Mittelreich unter Lothar I. Aus Lothars Namen leitet sich die geografische Bezeichnung Lothringen her. Raubzüge der Normannen und Ungarneinfälle nach Lothringen in den ersten Jahrzehnten des 10. Jahrhunderts brachten dem gesamten Maasraum einen schweren Rückschlag. Nach heftigen Streitigkeiten fiel Lothringen schließlich an Otto den Großen. In der Mitte des 10. Jahrhunderts begann in der Maasregion ein rascher Aufschwung von Handel und Verkehr. Orte an der Mittelmaas wie Dinant, Namur, Huy, Maastricht und in geringerem Maße Lüttich entwickelten sich zu städtischen Siedlungen, wohl als erste im nordwestlichen Europa.
Seit 1815
Preußen trat 1815 beim Wiener Kongress die geldrischen Gebiete westlich der Maas an das Königreich der Vereinigten Niederlande ab, seitdem gehören sie zur Provinz Limburg. Noch heute bildet die sogenannte Kanonenschusslinie die Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Niederlanden. Der östlich der Maas gelegene Teil der 1830 zwischen Belgien und den Niederlanden geteilten Provinz Limburg gehörte als Herzogtum Limburg trotz niederländischer Hoheit zum Deutschen Bund. Darauf bezieht sich die geographische Beschreibung von der Maas bis an die Memel in der ersten Strophe des Deutschlandliedes von 1841, mit der die westliche Grenze der deutschen Kulturnation beschrieben werden sollte. Die Maas war bei der Schlacht um Verdun ab Februar 1916 eine wichtige natürliche Barriere mit Auswirkungen auf den Frontverlauf.