Magdeburg
Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, Deutschland
Pfalz, Erzbistum, Grablege
agdeburg wurde 805 erstmals im Diedenhofer Kapitular von Karl dem Großen als Magadoburg erwähnt und war Kaiserpfalz unter Kaiser Otto I. dem Großen. 968 begründete Otto I. das Erzbistum Magdeburg, nachdem die Synode von Ravenna 967 vorausgegangen war. Der erste Erzbischof, Adalbert von Magdeburg, wurde später als Apostel der Slawen heiliggesprochen. Zur Kirchenprovinz gehörten die Bistümer Brandenburg, Havelberg, Meißen bis 1399, Merseburg, Posen bis etwa 1000, Zeitz-Naumburg und Lebus ab 1420. 973 starb Kaiser Otto der Große. Er wurde im Magdeburger Dom neben seiner ersten Frau Editha beigesetzt. 995 schloss Otto III. Schlesien mit einem Patent dem Bistum Meißen an und unterstellte es dem Erzbistum Magdeburg.
Handel, Hanse, Streit mit dem Erzbischof
Im Mittelalter war Magdeburg ein bedeutender Handelsort und Knotenpunkt. Die Heerstraße Magdeburg-Brandenburg war die wichtigste Verbindung nach Osten, die Lüneburger Heerstraße führte zu den Städten im Norden. Der Beitritt zur Hanse lässt sich nicht auf ein Jahr festlegen; geschätzt wird das Ende des 13. Jahrhunderts, nachweislich seit 1295. Um 1430 kam es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Erzbischof, die unter anderem das Konzil von Basel zu beenden versuchte. 1493 wies der judenfeindliche Erzbischof Ernst II. von Sachsen alle Juden aus dem Erzbistum aus. 1503 verlegte der Erzbischof seine Residenz nach Halle.
Reformation und Zerstörung
Der 17. Juli 1524 gilt als Tag der Einführung der Reformation in allen Magdeburger Kirchen, nachdem Martin Luther ab dem 26. Juni 1524 mehrfach in Magdeburg gepredigt hatte. Nur der Dom blieb katholisch, wurde aber nach dem Tod des Erzbischofs Albrecht von Brandenburg 1545 für 20 Jahre geschlossen. Die Stadt wurde ein Zentrum gegen die Rekatholisierung im Schmalkaldischen Bund. Im Dreißigjährigen Krieg eroberten kaiserliche Truppen der Katholischen Liga unter dem Feldherrn Tilly die Stadt am 20. Mai 1631 und verwüsteten sie. Das Ereignis wird als Magdeburger Hochzeit bezeichnet. 1680 kam das säkularisierte Erzstift als Herzogtum Magdeburg und damit auch die Stadt unter brandenburgische Herrschaft.