Main
rechter Nebenfluss des Rheins
er Name Main geht auf einen keltischen Ursprung zurück, rekonstruiert als Moinos oder Moginos. Zu Beginn des 1. Jahrhunderts nach Christus latinisierten die Römer den Namen zu Moenus. Den ältesten Beleg als Moenis lieferte Pomponius Mela kurz nach 43 oder 44 nach Christus, spätere Erwähnungen finden sich bei Plinius und Tacitus. Ähnlich benannte Flüsse gibt es in Irland und England. Für die Herkunft des Namens werden mehrere Erklärungen erwogen, etwa ein indogermanisches Wort für Wasser oder ein Bezug zu einer Mauer oder einem Zaun. Im Mittelalter wurde der Fluss zumeist als Moyn oder Moyne überliefert, der Name Meyn erschien erstmals im 14. Jahrhundert.
Bereits Kelten und germanische Kimbern nutzten den Main als Wasserstraße. Im Zuge der Expansion des Römischen Reichs unter Augustus und Tiberius war der Main neben der Lippe in Nordwestdeutschland einer der beiden Haupteinfallwege in das freie Germanien. Die Gründung des römischen Mainz gegenüber der Mündung des Mains war maßgeblich auf die strategische Lage in Bezug auf beide Flüsse zurückzuführen. In der römischen Siedlung Nida an der Nidda wurde ein Bootshafen entdeckt, über den Güter zwischen der rechtsrheinischen civitas taunensium und dem römischen Mainz transportiert werden konnten. Am Unterlauf verlief der Main seit augusteischer Zeit durch Reichsgebiet, die Provinz Germania superior, und bildete an der Westseite eine Außengrenze.
Auch Funde und Urkunden aus dem Mittelalter zeigen die hohe Bedeutung der Mainschifffahrt. Zahlreiche Siedlungen verdanken ihre Entwicklung ihrer Rolle als Umschlagplätze oder Zollstationen. Karl der Große verfolgte als erster das Projekt eines Kanals zwischen Main und Donau, doch die Pläne scheiterten an den technischen Schwierigkeiten seiner Zeit. Reste dieser Fossa Carolina sind heute noch bei Treuchtlingen zu finden. Die Schiffe des Mittelalters konnten bei einer Ladefähigkeit von 10 bis 20 Tonnen flussabwärts etwa 100 Kilometer pro Tag zurücklegen, flussaufwärts mussten sie gestakt oder getreidelt werden, was Tagesetappen von über 30 Kilometern erlaubte. Seit dem 12. Jahrhundert gab es eine regelmäßige Verbindung zwischen Frankfurt und Mainz, das Marktschiff, seit dem 14. Jahrhundert verkehrten zwei Schiffe im täglichen Wechsel.