Mainz
kreisfreie Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz, Deutschland
Von der Rast der Jäger zur fränkischen Stadt
chon zur letzten Eiszeit, vor 20.000 bis 25.000 Jahren, diente das heutige Mainzer Stadtgebiet Jägern als Raststätte, wie Ausgrabungen aus dem Jahr 1921 belegen. Die ersten dauerhaften Ansiedlungen im Stadtgebiet gehen jedoch auf die Kelten zurück, die in der zweiten Hälfte des ersten vorchristlichen Jahrtausends die dominierende Kraft am Rhein waren.
Zerstörung und Aufstieg zur Bischofsstadt
Um das Jahr 406 wurde Mainz von Vandalen, Alanen und Sueben erobert und geplündert. Nach dem Zerfall Westroms in der Zeit der Völkerwanderung begann allmählich der Aufstieg der Stadt, die spätestens um 480 endgültig unter fränkische Herrschaft gelangte. Als Umschlagplatz für Handelsgüter aller Art, später vor allem für Messewaren, die für Frankfurt bestimmt waren, beschleunigte sich die Stadtentwicklung weiter.
Bürger zwischen den Fronten
In den Auseinandersetzungen, die zwischen den Staufern und ihren Gegnern in den 1240er-Jahren immer heftiger wurden, ließen sich die Mainzer Bürger von beiden Seiten umwerben. Als Preis für ihre Unterstützung erhielten sie 1244 von Erzbischof Siegfried III. von Eppstein ein umfassendes Stadtprivileg, das der Stadt für lange Zeit eine besondere Stellung sicherte.
Residenz der Kurfürsten
Als seinen Nachfolger empfahl Adolf II. dem immer mächtiger werdenden Mainzer Domkapitel erneut Diether von Isenburg. Dieser gründete 1477 die schon von Adolf II. geplante Universität, die Mainz zu einer Stadt der Wissenschaft machte. Die 1517 begonnene Reformation hatte zunächst gute Aussichten in Mainz, bevor sich die politischen und religiösen Verhältnisse der Stadt in den folgenden Jahrzehnten weiter wandelten.