Maria (Ungarn)
König(in) von Ungarn, Tochter und Nachfolgerin König Ludwig I.
Jugend und Verlobung
aria wurde als zweite Tochter Ludwigs I. und Elisabeths von Bosnien geboren. Da ihr Vater keinen männlichen Erben hatte, sollte die weibliche Thronfolge in Ungarn und Polen gesichert werden. Schon vor ihrem ersten Geburtstag versprach er sie Sigismund von Luxemburg, dem Sohn Kaiser Karls IV. 1373 bestätigte er die Verlobung, 1374 erteilte Papst Gregor XI. die nötige Dispens, und 1375 wurde in Brünn der Ehevertrag unterschrieben. 1379 traf sich Ludwig mit Sigismunds Bruder Wenzel und ließ polnische Adlige, die Sigismund wegen seiner deutschen Herkunft ablehnten, in Kaschau Marias Thronfolgerecht anerkennen. Im September 1379 wurde die Verlobung in Tyrnau gefeiert; Sigismund kam an den ungarischen Hof und reiste 1381 nach Polen.
Die Usurpation Karls von Durazzo
Nach Ludwigs Tod festigte Karl von Durazzo seine Macht in Neapel; die Brüder Horváti unterstützten seine Ansprüche auf Ungarn. Sigismund verließ Anfang 1385 erfolglos Ungarn, weil Elisabeth der Heirat nicht zustimmte. Nach einer französischen Gesandtschaft wurde Maria mit Ludwig von Orléans verlobt. Die Horváti trugen Karl im August 1385 die Krone an; er landete im September in Dalmatien und zog nach Zagreb. Daraufhin musste Elisabeth der Heirat Marias mit Sigismund zustimmen, die im Oktober 1385 gefeiert wurde, doch blieb die Ehe unvollzogen. Karl zog im Dezember 1385 in Ofen ein, nötigte Maria zum Thronverzicht und wurde am 31. Dezember 1385 als Karl II. gekrönt. Am 7. Februar 1386 wurde er angegriffen und am 24. Februar getötet.
Gefangenschaft und Befreiung
Maria kehrte unter Vormundschaft ihrer Mutter auf den Thron zurück, doch die Brüder Horváti erhoben Kroatien für Ladislaus und verbündeten sich mit Tvrtko I. von Bosnien. Wenzel und Sigismund erschienen im April 1386 mit Heeresmacht und nötigten Elisabeth im Mai zu einem Vertrag, der Sigismund als Prinzgemahl anerkannte. Unzufrieden verließ Sigismund Ungarn wieder. Als Elisabeth und Maria mit Miklós Garai nach Kroatien reisten, wurden sie am 25. Juli 1386 bei Đakovo überfallen; Garai wurde enthauptet, die Königinnen in der Burg Novigrad interniert. Eine Auslieferung an Margarethe von Durazzo verhinderten venezianische Schiffe unter Giovanni Barbarigo. Anfang Januar 1387 wurde Elisabeth in Marias Gegenwart erdrosselt. Sigismund wurde am 31. März 1387 gekrönt, doch erst der Einsatz der Venezianer befreite Maria am 4. Juni 1387.
Gemeinsame Herrschaft und Tod
Nach 15-monatiger Trennung trafen sich Maria und Sigismund im Juli 1387 wieder. Offiziell war sie Koregentin, doch ihr Einfluss blieb gering, und Urkunden zählten die Regierungsjahre nach Sigismunds Krönung. Sie vertrat ihn während Auslandsaufenthalten mit Unterstützung von Erzbischof Kaniszai und musste innere Distanz zu ihrem Gemahl überwinden, dessen Liebesleben sie stoisch hinnahm. 1394 ließ sie den gefangenen János Horváti trotz Sigismunds Bereitschaft zur Gnade hinrichten. 1395 trafen sich die ungarischen und polnischen Monarchen, und Maria sah ihre Schwester Hedwig nach langer Trennung herzlich wieder. Am 17. Mai 1395 stürzte die schwangere Maria bei einem Jagdausflug im Wald von Ofen vom Pferd, erlitt eine Fehlgeburt und starb an ihren Verletzungen, ohne Kinder aus ihrer Ehe zu hinterlassen.