Venedig
Stadt im Nordosten Italiens
b etwa 540 blieben die Orte in der Lagune der westlichste Außenposten des Byzantinischen Reichs, während Ostgoten, Langobarden und Franken das übrige Italien besetzten. Dort entwickelte sich eine eigene Herrschaftsstruktur mit Tribunen und, der Legende nach ab 697, einem Dogen an der Spitze. Im Jahr 811 wurde die Residenz des Dogen nach Rialto verlegt.
Die Politik Kaiser Ottos II. brach mit der seit 812 bestehenden Tradition seiner Amtsvorgänger, Venedigs Zugehörigkeit zu Byzanz zu respektieren. In der Folge wurde 976 die pro-ottonische Dogendynastie der Candiano gestürzt, wobei ein Feuer den Dogenpalast zerstörte.
Den Vierten Kreuzzug dirigierte Doge Enrico Dandolo 1202 zunächst nach Zadar, wo erstmals katholische Kreuzfahrer für die Eroberung und Plünderung einer katholischen Stadt eingesetzt wurden, dann nach Konstantinopel, das 1204 erobert wurde. Zahllose Kunstschätze gelangten dadurch in den Westen, darunter die bronzene Quadriga der Markuskirche.
Nach dem Fall von Konstantinopel 1453 musste Venedig seine Positionen im östlichen Mittelmeer nach und nach den Osmanen überlassen. Zugleich führte es mehrere Kriege gegen Mailand, bis sich ab 1494 auch Frankreich und das Heilige Römische Reich militärisch in Italien einmischten.
Venedigs Bedeutung nahm infolge der Verlagerung des Welthandels auf den Atlantik immer mehr ab. Das Monopol auf den Gewürzhandel mit der Levante ging im Lauf des 17. Jahrhunderts endgültig verloren. Als Wendepunkt gilt die Seeschlacht von Lepanto, in der es Venedig letztmals gelang, zwischen den Weltmächten der Spanier und Osmanen eine Rolle zu spielen und die größte Flotte zu stellen.
1797 löste sich die Adelsrepublik auf und wurde von den Franzosen unter Napoleon Bonaparte besetzt, dann 1798 bis 1805 an Österreich angegliedert. Nachdem es 1805 bis 1814 Teil des napoleonischen Königreichs Italien gewesen war, kam es 1814 beziehungsweise 1815 als Teil des Lombardo-Venezianischen Königreiches wiederum zu Österreich.