Kontextartikel1 Min. Lesezeit

Markgrafschaft Burgau

Territorium des Heiligen Römischen Reiches

ie Markgrafschaft gehörte zum Herzogtum Schwaben, das mit der Hinrichtung Konradins 1268 verwaiste. Nach dem Interregnum, das bis zum 1. Oktober 1273 dauerte, versuchte König Rudolf I. von Habsburg, die vakanten schwäbischen Gebiete für sein Haus zu sichern, stieß dabei aber auf Widerstand des Adels. Um 1301 übergab Heinrich III., der letzte Markgraf aus dem Hause Berg, Burgau an die Habsburger und ging als Laienbruder ins Kloster St. Katharina in Augsburg. König Albrecht I. übertrug das Reichslehen an seine Söhne, die Herzöge von Österreich, während die Habsburger der Witwe Heinrichs deren Eigenbesitz abkauften.

Die Lage Burgaus führte zu Spannungen mit den Wittelsbachern in Bayern, die das Gebiet ihren schwäbischen Besitzungen einverleiben wollten. Ludwig der Bayer brach eine Belagerung Ende 1324 im Januar 1325 erfolglos ab. Einen Verkauf an Bayern im Jahr 1418 verhinderten die Reichsstadt Augsburg, Ulm und andere schwäbische Städte. Auch später konnte Burgau auf Augsburg, Ulm, den Augsburger Bischof und das Haus Fugger zählen, wenn es galt, bayerische Ansprüche westlich des Lechs abzuwehren. Ab Mitte des 14. Jahrhunderts wurde die Markgrafschaft wegen Geldnöten der Habsburger mehrfach verpfändet, die letzte Verpfändung an das Hochstift Augsburg endete 1559.

Vorderösterreich fiel 1522 an Kaiser Ferdinand I. Nach dessen Tod übernahm sein Sohn Ferdinand von Tirol den Besitz, und nach dessen Tod 1595 ging die Herrschaft an Kaiser Rudolf II. über. 1605 vertraute Rudolf II. dem Erzherzogssohn Karl von Österreich-Burgau die Markgrafschaft an, der von 1609 bis 1618 als Letzter den Markgrafentitel führte. Danach fiel die Herrschaft an die Tiroler Habsburger zurück, nach deren Aussterben 1665 war der Wiener Hof zuständig. Im Frieden von Pressburg 1805 musste das gegen Napoleon unterlegene Kaisertum Österreich das Gebiet an das neue Königreich Bayern abgeben.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Markgrafschaft BurgauVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270158363redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
"Die Illustrationen der Prachthandschrift werden der Nachfolge Jörg Breus des Jüngeren zuerkannt." (Jahr 1559 n.Chr.)entstanden 1559Public domainQuelle