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Mathilde (Quedlinburg)

erste Äbtissin auf dem Stiftsberg in Quedlinburg

athilde war die einzige Tochter von Kaiser Otto I. und Kaiserin Adelheid, Tochter des burgundischen Königs Rudolf II. Mit elf Jahren übernahm sie das Amt ihrer Großmutter, der Heiligen Mathilde, und wurde 966 im Beisein ihres Vaters und aller Bischöfe und Erzbischöfe des Reiches zur Äbtissin geweiht. Diese Weihe hob sich stark vom üblichen Zeremoniell ab, das sonst nur ein einzelner Bischof vollzog. Papst Johannes XIII. bestätigte die Weihe im April 967.

QuedlinburgOrt auf der Karte 164851.7859 N, 11.1368 OAuf der Karte zeigen

Nach dem Tod ihrer Großmutter am 14. März 968 war Mathilde bis zur Rückkehr ihres Vaters aus Italien Ende 972 für fast vier Jahre die einzige Repräsentantin des Kaiserhauses nördlich der Alpen. Später zählte sie zum engsten Kreis der politischen Berater ihres Bruders Otto II. und ihres Neffen Otto III. Sie führte das Damenstift Quedlinburg und war für Frauen jeden Alters verantwortlich. Widukind von Corvey widmete der dreizehnjährigen Mathilde seine Sachsengeschichte als Vorbereitung auf ihre Aufgaben und lobte darin ihre Weisheit als Gebieterin von ganz Europa. Ihre politische Rolle war zu Zeiten ihres Bruders und ihres Neffen besonders stark. 981 begleitete sie ihren Bruder nach Rom, was ihre Bedeutung für die Repräsentation des ottonischen Hauses zeigte. 997 vertraute Otto III. ihr während seines zweiten Italienzugs die Stellvertretung im Reich an.

994 sicherte Otto III. der Äbtissin das Markt-, Münz- und Zollprivileg für Quedlinburg zu, wodurch Mathilde mehr Einnahmen erzielte und mehr Pilger zum Marktplatz unterhalb des Stiftsbergs zogen, sodass Quedlinburg wirtschaftlich aufstieg. 998 leitete sie als Vertreterin des ottonischen Königs den Hoftag in Derenburg, besetzte Ämter neu und sprach Recht. Wegen dieser Aufgaben wurde sie als domina imperialis bezeichnet, und Otto III. gab ihr den Titel matricia, der auf ihrer Grabinschrift zu finden ist. Mathilde starb im Februar 999 mit 44 Jahren auf dem Gipfel ihrer Macht und wurde an der Seite ihrer Großmutter in der Stiftskirche zu Quedlinburg beigesetzt. Ihr wird neben ihren Fähigkeiten als Herrscherin auch die Fürsorge für die Toten-Memoria der Ottonen nachgesagt.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Mathilde (Quedlinburg)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 264694738redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0