Maximilian II. (HRR)
Habsburgischer römisch-deutscher König, König von Ungarn und Böhmen
aximilian wuchs in Innsbruck auf und wurde von seinem lutherischen Prinzenerzieher Wolfgang Schiefer beeinflusst, bis dieser 1538 entlassen wurde. Schon 1543 stand er in Kontakt mit dem protestantischen Kurfürsten August von Sachsen. Mit siebzehn Jahren holte ihn Karl V. in seine Umgebung, und Maximilian begleitete ihn in den Schmalkaldischen Krieg, wo er an der Seite des Kaisers in der Schlacht bei Mühlberg kämpfte und sich für die Freilassung von Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen und Landgraf Philipp von Hessen einsetzte. 1548 wurde er mit Maria, der Tochter Karls V., vermählt. 1549 wurde er als designierter König von Böhmen ernannt und regierte während der Abwesenheit des Kaisers mit seiner Gemahlin als Statthalter in Spanien, was auch dazu diente, seinen protestantischen Neigungen entgegenzuwirken.
Am Wiener Hof herrschte ein protestantenfreundliches Klima, das durch Maximilians Hofprediger Johann Sebastian Pfauser gefestigt wurde. Maximilian ließ von katholischen Bräuchen ab und lehnte das Abendmahl nach katholischem Ritus ab. Ein klarer Bruch mit dem Katholizismus erfolgte jedoch nicht, unter anderem weil sein Vater Ferdinand I., die Kurie und seine spanische Verwandtschaft auf ihn einwirkten und Philipp II. ihm über seine Schwester mitteilen ließ, er werde sein Feind, sollte er zum lutherischen Glauben übertreten. Als Pfauser 1560 vom Hof verstoßen wurde, blieben Hilfsgesuche an evangelische Freunde erfolglos. Anfang 1562 legte Maximilian das Treuegelöbnis ab, im Schoße der katholischen Kirche zu bleiben, wobei die deutsche Königswahl, die ungarische Krönung und die Hoffnung auf den spanischen Thron eine Rolle spielten.
Nach Ferdinands Tod 1564 erhielt Maximilian nicht die volle Macht in den Erblanden, da der Vater Tirol und die Vorlande an Ferdinand und Innerösterreich mit Steiermark, Kärnten, Krain sowie Istrien und Friaul an Karl vererbt hatte. Maximilian blieben Ober- und Niederösterreich mit Wien sowie die ungarisch-böhmischen Länder. Während seine Brüder überzeugte Vertreter der Gegenreformation waren, verfolgte Maximilian weiterhin eine Kompromisspolitik in Religionsfragen wie schon sein Vater, unterstützt davon, dass die führenden Reichsfürsten kein Interesse hatten, den Augsburger Religionsfrieden grundsätzlich infrage zu stellen.