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Rudolf II. (HRR)

Habsburgischer Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, König von Böhmen, König von Ungarn und Erzherzog von Österreich

udolf war Sohn Kaiser Maximilians II. und der katholischen Maria von Spanien. Seine Mutter drängte darauf, ihn von protestantischen Einflüssen fernzuhalten, daher lebte er von 1563 bis 1571 mit seinem Bruder Ernst am spanischen Hof bei Philipp II. Dabei ging es auch um Familienpolitik, denn Philipp II. hatte außer dem als nicht regierungsfähig geltenden Don Carlos keine männlichen Erben, sodass Rudolf dieses Erbe hätte übernehmen können. Zudem war er früh mit der Infantin Isabella Clara Eugenia verlobt. Diese Jahre in Spanien prägten Rudolf für sein weiteres Leben tief.

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Anlässlich der Hochzeit seines Onkels Karl von Innerösterreich kehrte Rudolf 1571 nach Österreich zurück. Am 26. September 1572 wurde er im Martinsdom von Pressburg zum König von Ungarn gekrönt, am 22. September 1575 im Veitsdom von Prag zum König von Böhmen. Am 27. Oktober 1575 wurde er zum Römisch-deutschen König gewählt und am 1. November 1575 in Regensburg gekrönt. Die Nachfolge als Erzherzog von Österreich und Kaiser kam überraschend, da sein Vater während des Reichstags von Regensburg am 12. Oktober 1576 starb. 1583 verlegte Rudolf seinen Hof nach Prag auf den Hradschin, wodurch der böhmische Adel stärker an das Herrscherhaus gebunden wurde und die böhmische Metropole aufgewertet wurde.

In der Reichspolitik zeigte Rudolf nur wenig Initiative. Zwar fanden fünf Reichstage statt, doch war er nur bei den ersten beiden 1582 in Augsburg und 1594 in Regensburg anwesend. Besonders negativ wirkte sich aus, dass er 1607 die protestantische Reichsstadt Donauwörth dem katholischen Maximilian von Bayern überließ, was die protestantische Protestbewegung verstärkte. Die Kurpfalz griff den Kaiser scharf an und sprengte den Reichstag von Regensburg im Jahr 1608, den ersten Reichstag ohne Einigung zwischen Protestanten und Katholiken. In dieser Zeit drohte sich auch der Erbfolgestreit um Jülich-Kleve-Berg 1610 zu einer europäischen Krise auszuweiten. Nur der Tod des französischen Königs Heinrich IV. verhinderte, dass es schon damals zu einem europäischen Krieg kam.

Rudolf wurde zunehmend der Untätigkeit beschuldigt, zumal er nicht heiratete und so seine Nachfolge nicht sicherte. Dies führte zum Bruderzwist im Haus Habsburg, in dem Erzherzog Matthias die Nachfolge anstrebte. Im Jahr 1606 erklärten die Erzherzöge den Kaiser für geisteskrank und setzten Matthias als Familienoberhaupt ein. Es kam zum Vertrag von Lieben vom 25. Juni 1608, in dem Rudolf auf die Herrschaft in Ungarn, Österreich und Mähren zugunsten von Matthias verzichtete, während er die restlichen Gebiete und die Kaiserwürde behielt. Als in Böhmen 1609 ein Aufstand drohte, war er zur Ausstellung der Majestätsbriefe für Böhmen und Schlesien gezwungen.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Rudolf II. (HRR)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 269597078redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Joseph Heintz der Ältereentstanden 1594Public domainQuelle