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Maximilian III. Joseph

Kurfürst von Bayern (1745–1777)

Außenpolitik zwischen Habsburg, Frankreich und Preußen

ach dem Tod seines Vaters mitten im Österreichischen Erbfolgekrieg versuchte der Münchner Hof zunächst, dessen Politik fortzusetzen. Nach österreichischen Angriffen ab dem 23. März 1745 und der verlustreichen Niederlage in der Schlacht bei Pfaffenhofen am 15. April schloss der Kurfürst am 22. April den Frieden von Füssen mit Maria Theresia und verzichtete auf die bisherige Großmachtpolitik. Bis zur Kaiserwahl führte er ab Februar 1745 das Reichsvikariat. Wegen fehlender französischer Unterstützung schloss Bayern 1746 Subsidienverträge mit den Seemächten und 1750 den Hannoveraner Vertrag mit Georg II. Ab 1754 näherte man sich unter den Ministern Preysing und Seinsheim wieder Frankreich an, was am 26. Juli 1756 zum Vertrag von Compiègne führte. Im Siebenjährigen Krieg stand Max III. Joseph an der Seite Frankreichs und Österreichs, agierte aber vorsichtig und erklärte am 6. Januar 1763 die Neutralität Bayerns.

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Innere Konsolidierung und Kodifikation

Nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges widmete sich der Kurfürst der inneren Konsolidierung Bayerns. Erster Minister wurde Maximilian Franz Joseph von Berchem, 1750 wurde eine Hofratsordnung erlassen und 1764 die Geheime Konferenz wieder eingeführt, eine umfassende Verwaltungsreform blieb jedoch aus. Von großer Bedeutung war die Rechtskodifizierung unter Ratskanzler Wiguläus von Kreittmayr, aus der 1747 der Codex Iuris Bavarici Criminalis hervorging. 1747 gründete er die Nymphenburger Porzellanmanufaktur, 1770 verteilte er bei einer Hungersnot Getreide aus Hofgütern. Er unterlag 1767 im Erbschaftsstreit um das Erbe seines Onkels Clemens August vor dem Reichskammergericht, konnte die Schuldenlast Bayerns aber auf die Hälfte reduzieren. Mit der Landschaftsverordnung als Vertretung der Stände lag er in dauerndem Konflikt und ließ 1747 die Oberammergauer Passionsspiele verbieten.

Förderung von Kunst, Wissenschaft und Schule

Max III. Joseph galt als Freund der Künste und Förderer der Wissenschaften, konnte wegen des Schuldenbergs seiner Vorgänger aber kaum neue Bauten finanzieren. Mit dem Cuvilliés-Theater entstand ein Meisterwerk des Rokoko, 1756 wurde der Steinerne Saal in Schloss Nymphenburg fertiggestellt und 1768 die Fassade der Theatinerkirche vollendet. Eine Anstellung Wolfgang Amadeus Mozarts lehnte er aus Kostengründen ab, es kam nur zur Uraufführung von La finta giardiniera im Münchner Salvatortheater. Von nachhaltiger Bedeutung war die Gründung der Akademie der Bildenden Künste München und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 1771 verordnete er unter Mitwirkung von Heinrich Braun die allgemeine Schulpflicht im Kurfürstentum Bayern, eine sechsjährige gesetzliche Unterrichtspflicht konnte aber erst 1802 durchgesetzt werden.

Tod und das Ende der bayerischen Wittelsbacher

Wegen fehlender männlicher Nachkommen wurde die Nachfolge des Kurfürsten zum Gegenstand der europäischen Diplomatie. 1770 starb Prinz Clemens, sodass außer dem Kurfürsten kein männlicher Wittelsbacher der bayerischen Linie mehr lebte. Anfang Dezember 1777 erkrankte Max III. Joseph, sein Leibarzt Sänftl behandelte die Krankheit zunächst als Masern. Am 30. Dezember starb der Kurfürst nach drei Wochen Leiden an den Pocken, obwohl er seinen Untertanen die Pockenimpfung verordnet, sie für sich selbst aber abgelehnt hatte. Mit ihm starb die bayerische Linie des Hauses Wittelsbach im Mannesstamm aus, und Karl Theodor aus der Pfälzer Linie trat seine Nachfolge an. Da Karl Theodor Bayern gegen die Österreichischen Niederlande eintauschen wollte, drohte Friedrich II. von Preußen mit Krieg, woraufhin Kaiser Joseph II. seine Pläne 1785 nach der Gründung des Fürstenbundes endgültig fallen ließ.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Maximilian III. JosephVersionsgeschichteBearbeitungsstand 264057011redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Atelier/Werkstatt von George Desmaréesentstanden 1765Public domainQuelle