Memmingen
kreisfreie Stadt und Stadtgemeinde in Schwaben, Bayern, Deutschland
Frühe Besiedlung
ie erste Besiedlung Memmingens ist bereits für die Steinzeit durch Funde an der Iller bei Ferthofen belegt. Erste Baufunde stammen aus der Römerzeit, als sich dort vermutlich ein kleiner Wacht- und Siedlungsposten befand. Für diesen Ort kommen die Namen Cassiliacum oder Viaca in Betracht. Reste der Siedlung liegen unter der St.-Martins-Kirche und dem Antoniterkloster. Ob nach dem Abzug der Römer ein neuer Herr die Siedlung übernahm, lässt sich nicht mehr feststellen.
Reformation und Glaubensrichtung
Bis zur Reformation, die von Memmingen ausging und sich nach Oberschwaben und ins Allgäu ausbreitete, war die Stadt römisch-katholisch. Die Reformation wurde zunächst von Christoph Schappeler nach zwinglischem Vorbild durchgeführt. Diese Glaubensrichtung erwies sich jedoch als politisch im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation nicht durchsetzbar.
Wirken bedeutender Persönlichkeiten
Der Stadtgründer Welf VI., auch der Milde genannt, machte Memmingen zu seiner Residenz und starb dort. Der Buchdrucker Albrecht Kunne lebte im Mittelalter in der Stadt. Der Konstanzer Reformator Ambrosius Blarer wirkte in Memmingen, und Christoph Schappeler lebte hier zur Zeit der Reformation. Der Altphilologe und Historiker Martin Crusius war von 1554 bis 1559 Rektor der Lateinschule in Memmingen, bevor er Professor für Griechisch und Latein in Tübingen wurde.
Bedeutende Bürger
Zu den bedeutendsten Bürgern der Stadt zählten die Mitglieder der Künstlerfamilie Strigel, unter denen der Haus- und Hofmaler Maximilians I., Bernhard Strigel, hervorzuheben ist. Ebenfalls bedeutend war Bartholomäus V. Welser, Augsburger Patrizier und Großkaufmann.