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Reformierte Kirchen

christliche Konfession in Tradition der Reformatoren Zwingli und Calvin (Calvinismus)

wingli begann 1519 in Zürich mit fortlaufender Bibelauslegung und brach mit der überlieferten Perikopenordnung. Als Symbol der reformatorischen Freiheit gilt das Wurstessen bei Christoph Froschauer 1522, bei dem Zwingli das Fastengebot als bloß menschliches Gesetz verteidigte. Von Zürich aus verbreitete sich die Reformation nach Bern, Basel, St. Gallen, in den süddeutschen Raum und ins Elsass, mit Zentren in Straßburg, Memmingen, Lindau und Konstanz. Sie war von Anfang an eng mit den republikanischen Städten verbunden, deren Regierungen sich nach Disputationen für die Reformation entschieden. Beim Marburger Religionsgespräch 1529 scheiterte eine Einigung mit Luther an der Abendmahlsfrage: Luther hielt an der Realpräsenz fest, Zwingli verstand das Abendmahl als Symbol.

Nach Zwinglis Tod festigte Heinrich Bullinger als Zürcher Antistes die Reformation in der deutschsprachigen Schweiz und wurde durch seine Korrespondenz europaweit einflussreich. Fünf Jahre nach seinem Amtsantritt begann Johannes Calvin in Genf zu wirken und begründete den zweiten Zweig der reformierten Theologie. Diese Genfer Richtung verbreitete sich vor allem in Frankreich, wo die Hugenotten zeitweise Bevölkerungsmehrheiten stellten; während der Hugenottenkriege flohen viele ins Ausland und gründeten dort Gemeinden, etwa in Berlin, Brandenburg, Erlangen, Hamburg, Schwabach und den Niederlanden. In Deutschland, den Niederlanden und Schottland setzte sich die Genfer Richtung durch, in England beeinflusste dagegen Bullingers Theologie die anglikanische Reformation. In der Schweiz selbst folgten die deutschsprachigen Gebiete Zwingli, Genf und Neuenburg Calvin, während das Waadtland eine Zwischenstellung einnahm. 1549 einigten sich Bullinger und Calvin im Consensus Tigurinus, der bis heute für die evangelisch-reformierten Kirchen der Schweiz gilt.

Die Zürcher Reformation war zugleich die Keimzelle der Täuferbewegung, deren Gründerväter, darunter Konrad Grebel und Felix Manz, ursprünglich zu Zwinglis engem Vertrautenkreis gehörten. Der Streit um die Säuglingstaufe führte Ende 1524 zum Bruch; der Zürcher Rat verfügte 1525 ein Mandat gegen die Täufer und stellte die Taufverweigerung unter Strafe. Der Reichstag zu Speyer drohte den Täufern 1529 mit dem Wiedertäufermandat die Todesstrafe an, und viele Anhänger fielen im 16. und 17. Jahrhundert Verfolgungen zum Opfer. Die wichtigsten deutschsprachigen reformierten Bekenntnisse des 16. Jahrhunderts sind das Zweite Helvetische Bekenntnis und der Heidelberger Katechismus, der die innerreformierte Spaltung zwischen der Zürcher Richtung und Calvins Kirchenordnung dokumentiert. Weitere bedeutende Bekenntnisse sind die Lehrregeln von Dordrecht und das Bekenntnis von Westminster.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Reformierte KirchenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269823376redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Hans Asperentstanden 1531Public domainQuelle