Minden
Kreisstadt an der Weser in Ostwestfalen, im Reg.-Bez. Detmold in Nordrhein-Westfalen
eit dem 3. Jahrhundert vor Christus lassen Siedlungsfunde eine Besiedlung des Mindener Raums vermuten. Vom 1. bis 4. Jahrhundert nach Christus zeigt sich eine kontinuierliche Siedlungsentwicklung, die dem rhein-weser-germanischen Formenkreis zugehörte. Dies wird in den Gräberfeldern aus der Römischen Kaiserzeit in Minden-Römerring und Porta Westfalica-Costedt deutlich.
Im Zuge der Reformation kam es 1529 in Minden zu einem schweren Konflikt, in dessen Folge ein Gremium aus sechsunddreißig Männern das Stadtregiment übernahm. Am 13. Februar 1530 verkündete Nikolaus Krage von der Kanzel der Martinikirche die evangelische Kirchenordnung für die Stadt. Zwischen 1584 und 1684 fanden Hexenprozesse gegen mindestens 170 Personen statt, darunter Anna Maßmeyer und Margarethe Rockemann.
Bis 1806 wurde das Gebiet um den Mindener Dom, die Domfreiheit, weiterhin vom katholisch gebliebenen Domkapitel regiert, während das übrige Stadtgebiet anders verwaltet wurde. Am 13. November 1806 besetzten französische Truppen die Stadt. Von August 1807 bis Ende 1810 gehörte Minden zum Königreich Westphalen, ab 1810 direkt zum Kaiserreich Frankreich. Sie bildete den Kanton Minden im Distrikt Minden.
Minden war von 800 bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts Sitz des Bistums Minden. Zwischen 1521 und 1529 setzte sich die Reformation in der Stadt durch. Am 13. Februar 1530 verfasste der evangelische Theologe Nikolaus Krage im Auftrag des Rats die evangelische Kirchenordnung, die für alle Bewohner verbindlich wurde. Am 7. September 1535 schloss der Rat mit dem Bischof und dem Domkapitel einen Vertrag, der deren Rechte garantierte und ihren Besitz sicherte.