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Mittelalter

historische Epoche

Eine Epoche zwischen zwei Welten

it dem Ende der Antike zerbrach die politische und kulturelle Einheit des Mittelmeerraums. Während das Byzantinische Reich im Osten bestehen blieb, ging das Westreich unter. Auf seinem Boden entstanden neue Reiche wie das Frankenreich, das Westgotenreich und die Reiche der Angelsachsen, während außerhalb des ehemaligen Weströmischen Reichs slawische Herrschaften und neue Reichsbildungen in Skandinavien entstanden. Im Frühmittelalter bildete sich im Wesentlichen die politische Grundordnung späterer Zeiten heraus. Das Hochmittelalter war von wirtschaftlichem, wissenschaftlichem und kulturellem Aufschwung geprägt, aber auch von Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papst sowie den Kreuzzügen. Im Spätmittelalter vollzog sich ein langsamer Übergang in die Neuzeit, begleitet von Krisen wie der Pest und dem Schisma von 1378, aber auch von aufblühendem Handel und beginnender überseeischer Expansion.

Kaiser und Papst im Streit

Das Hochmittelalter war die Blütezeit von Rittertum, Lehnswesen und Minnesang, eine Zeit wachsender Bevölkerung, zunehmenden Handels und prosperierender Städte. Zugleich war es geprägt von der Auseinandersetzung zwischen weltlicher und geistlicher Universalgewalt im Investiturstreit. Dieser brach in der Regierungszeit Heinrichs IV. aus und wurde 1122 durch Heinrich V. beigelegt, doch der Anspruch von Kaiser und Papst führte bis ins 14. Jahrhundert zu weiteren Konflikten. Das römisch-deutsche Reich verlor dabei seine hegemoniale Stellung. Den Staufern gelang es im 12. und 13. Jahrhundert nicht, den Verlust der Königsmacht zu verhindern, während die Landesherren an Einfluss gewannen.

Kurfürsten und Hausmacht

Im Heiligen Römischen Reich verlor die Königsmacht weiter an Einfluss, während die Macht der weltlichen und geistlichen Landesherren erstarkte. Seit dem Ende des Interregnums mit der Wahl Rudolfs von Habsburg 1273 oblag die Königswahl den Kurfürsten, die auch auf die Reichspolitik Einfluss nahmen. Das Königtum musste eine Hausmachtpolitik betreiben, um den Verlust des schwindenden Reichsguts auszugleichen; die Häuser Habsburg, Luxemburg und Wittelsbach waren dabei am einflussreichsten. Nach dem Ende der Stauferzeit wurde das Kaisertum durch die Kaiserkrönung Heinrichs VII. 1312 erneuert.

Die Juden im Reich

Die Juden waren im mittelalterlichen Europa eine Minderheit mit eigener Sprache und Religion. Zunächst im Ostfrankenreich, dann im Heiligen Römischen Reich unterstanden sie in besonderer Weise dem König beziehungsweise dem römisch-deutschen Kaiser, waren aber auch Schutzbefohlene anderer Herren. Da ihnen zunftgemäßes Gewerbe und Ackerbau verboten waren, verdienten sie ihren Lebensunterhalt im Handel, als Pfandleiher oder im Zins- und Wechselgeschäft. Bis zum Ersten Kreuzzug 1096 lebten sie relativ sicher, danach wurden viele vor die Wahl Taufe oder Tod gestellt und erschlagen, wenn sie nicht konvertieren wollten. Nur in wenigen Fällen, etwa in Speyer, wurden sie von ihrem Stadtherrn geschützt.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel MittelalterVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270487876redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Brüder von Limburg / Barthélemy d’Eyckentstanden 1412–1416Public domainQuelle