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Mittelrhein

im Rheinischen Schiefergebirge liegender Flussabschnitt des Rheins als Namensgeber einer Kulturlandschaft zwischen Nahemündung und Bonn

ie römischen Siedlungen im Rheintal, besonders die Kastellorte, gingen in den Besitz der Frankenkönige über. Das Gebiet von Bingen bis Koblenz und darüber hinaus bis Sinzig und Remagen war bis in die Karolingerzeit fast geschlossen königlicher Besitz. Erst im 8. Jahrhundert begann die Veräußerung einzelner Teile, ein Prozess, der sich bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts hinzog. Nutznießer waren unter anderem die Äbte von Prüm und Trier, St. Maximin sowie die Erzbischöfe von Köln, Trier, Mainz und Magdeburg. Die Grafen von Katzenelnbogen errichteten als Vögte der Abtei Prüm ein eigenes Herrschaftsgebiet um St. Goar mit der Burg Rheinfels, das nach ihrem Aussterben 1479 an die Landgrafen von Hessen fiel. Die Reichsteilung unter den Enkeln Karls des Großen, 842 in St. Kastor in Koblenz vorbereitet, ließ das linke Rheinufer zwischen Bacharach und Koblenz an das Mittelreich fallen. Erst 925 wurde Lotharingien endgültig mit dem ostfränkischen Reich vereinigt. Bis zur Stauferzeit blieb der Rhein Kernland der königlichen Macht. In Koblenz wurde 1138 der Staufer Konrad III. zum deutschen König gewählt.

Im Spätmittelalter war die Region am Mittelrhein territorial stark zersplittert. Neben den geistlichen Kurfürsten von Köln, Mainz und Trier gewann seit Hermann von Stahleck 1142 auch der Pfalzgraf am Mittelrhein um Bacharach und Kaub an Einfluss. Als Ausdruck der Konkurrenz und als Zollstätten entstand der größte Teil der rund 40 Burgen zwischen Bingen und Koblenz. Die Grafen von Katzenelnbogen traten besonders als Bauherren hervor, etwa mit Marksburg, Burg Rheinfels, Reichenberg und Neukatzenelnbogen. Herausragender Landesherr im 14. Jahrhundert war Kurfürst und Erzbischof Balduin von Trier aus dem Hause Luxemburg. Sein Bruder, König Heinrich VII, Graf von Luxemburg und ab 1308 deutscher König, hatte ihm die Reichsstädte Boppard und Oberwesel verpfändet, zwei von rund 20 Städten und Orten, die im 13. und 14. Jahrhundert am Rhein gegründet wurden. Boppard und Oberwesel widersetzten sich lange der Eingliederung in einen modernen Territorialstaat, was 1327 und 1497 zu Kämpfen um die Stadtfreiheit führte.

Im 10. und 11. Jahrhundert war der Burgenbau ein Privileg des Reichs, also von König und Hochadel. Ab dem 12. Jahrhundert setzte eine Schwächung des Königtums ein, während die Macht der Fürsten wuchs, unter anderem durch die Übertragung wichtiger Rechte ab 1220 und 1231 an geistliche und weltliche Reichsfürsten, das Wahlkönigtum ab 1273 und die endgültige Ausbildung von Territorialstaaten 1356. In dieser Zeit entstanden die meisten Burgen im Mittelrheintal. Allein vier von sieben Kurfürsten besaßen Gebiete dort, was zu einer Landkarte wie ein Flickenteppich führte. Zunächst dienten die Burgen der Gebietssicherung, ab dem späten 12. Jahrhundert auch der Zollsicherung. Ende des 14. Jahrhunderts kamen Feuerwaffen auf, die vielen Burgen im Spätmittelalter ihre strategische Bedeutung nahmen, sodass langsamer Verfall oder Aufgabe folgten.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel MittelrheinVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270579739redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: King (Felix Koenig)entstanden 2004CC BY-SA 3.0Quelle