Mosel
linker Nebenfluss des Mittelrheins
er Name Mosel geht auf die keltische Form Mosea über das lateinische Mosella zurück, eine Verkleinerungsform von Mosa, der Bezeichnung der Maas. Erstmals erwähnte Tacitus den Fluss in den Annalen und den Historien. Im 4. Jahrhundert setzte der römische Dichter Decimius Magnus Ausonius der Mosel mit seinem 371 entstandenen Gedicht Mosella ein literarisches Denkmal. In 483 Hexametern beschreibt der Dichter und Lehrer am Trierer Kaiserhof eine Reise von Bingen am Rhein über den Hunsrück an die Mosel entlang bis nach Trier. Ausonius schildert blühende und reiche Landschaften am Fluss, die er der Politik der spätantiken Herrscher zuschreibt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg drängte Frankreich darauf, die Mosel mit größeren Schiffen befahren zu können, um die lothringischen Industriegebiete an den Seehafen Rotterdam anzubinden. Als sich 1955 die Bevölkerung an der Saar für die Bundesrepublik Deutschland entschied, forderte Frankreich als Entschädigung den Ausbau der Mosel. Im Moselvertrag vom 27. Oktober 1956 vereinbarte es mit der Bundesrepublik Deutschland und Luxemburg die Moselkanalisierung und erhielt im Gegenzug die sogenannte Schlingenlösung am Oberrhein zugestanden. 1958 begannen die Bauarbeiten, und am 26. Mai 1964 wurde die Mosel von Metz bis Koblenz als staugeregelte Großschifffahrtsstraße mit 14 Staustufen offiziell freigegeben. Frankreich erweiterte den Ausbau bis 1979 nach Neuves-Maisons. Damit sind bis heute 394 km des Flusses mit insgesamt 28 Staustufen ausgebaut worden. Für die Schifffahrt ist die 1962 gegründete Internationale Moselkommission mit Sitz in Trier zuständig.
Die Mosel war seit 1921 Reichswasserstraße und wird heute als Bundeswasserstraße von Apach am Dreiländereck bis zur Mündung in Koblenz auf 242 Kilometern verwaltet. Von Apach bildet die Mosel auf 36 km Länge seit 1816 ein Kondominium, ein gemeinschaftliches deutsch-luxemburgisches Hoheitsgebiet, dessen Aufgabenverteilung seit 1976 in einem Abkommen geregelt ist. Die 1957 gegründete Internationale Moselgesellschaft verwaltet die Schifffahrtsabgaben und die Kosten für Betrieb und Unterhaltung. 2025 hat die Bundesrepublik Deutschland beschlossen, die internationalen Schifffahrtsgebühren auf der Mosel abzuschaffen, was insbesondere die Eisen- und Stahlindustrie im Saarland und in Lothringen entlastet.