Nahe (Rhein)
linker Nebenfluss des Rheins
ie Nahe entspringt im Saarland am Eckersberg und durchquert zunächst Selbach und Gonnesweiler, wo sie Wasser aus dem Bostalsee erhält. Über Nohfelden verlässt sie das Saarland und fließt durch Rheinland-Pfalz weiter, unter anderem durch Hoppstädten-Weiersbach nach Idar-Oberstein, wo der Fluss 1985 im Stadtteil Oberstein auf 1875 Metern Länge überbaut wurde, um die Bundesstraße 41 von der Altstadt fernzuhalten. Flussabwärts folgen Kirn, Monzingen, Bad Sobernheim, Niederhausen, Bad Münster am Stein, Bad Kreuznach und Gensingen. Schließlich passiert die Nahe den Rochusberg und mündet bei Bingen am Rhein am Rheinkilometer 529,1 in den Rhein, mit einer mittleren Wasserführung von 30 Kubikmetern pro Sekunde.
Die Geologie des Nahegebiets prägte sich in geologisch junger Zeit durch Hebung der Erdoberfläche und starke Erosion in den Eiszeiten. Je nach Härte des Gesteins entstanden enge, felsige Täler oder weiträumige Talformen. Ein Großteil der Gesteine stammt aus dem Rotliegend, einer Zeit lebhaften Vulkanismus. Bei Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein herrscht im Regenschatten des Hunsrücks warmes Klima, wo Rhyolith basische Böden liefert und ein Hotspot botanischer Vielfalt entstand, darunter der Rotenfels, der mit rund 200 Metern die höchste Felswand Deutschlands außerhalb der Alpen ist. Am Rand des vulkanischen Andesitplateaus von Baumholder liegt Idar-Oberstein, umgeben von botanisch reichen Felshängen.
Das Naheland bietet touristische Ziele entlang des Flusses. Der Nahe-Radweg führt von der Quelle bis zur Mündung. Auf den Höhen von Hunsrück und Nordpfälzer Bergland stehen Burgen wie die Ebernburg, auf der 1481 Franz von Sickingen geboren wurde. Die Drususbrücke bei Bingen gilt als älteste Steinbrücke des Mittelalters in Deutschland und wurde im 11. Jahrhundert erbaut. Der Rotenfels bei Bad Münster am Stein-Ebernburg ist mit 202 Metern Höhe und 1200 Metern Länge die größte Steilwand zwischen den Alpen und Skandinavien.