Nassau-Weilburg
Linie des Hauses Nassau
eilburg war bereits in merowingischer Zeit Königsgut. Die zu den Konradinern zählenden Grafen des Lahngaus errichteten dort 906 eine Burg, 912 wurde das Kollegiatstift Sankt Walpurgis gegründet. Ab 939 fiel Weilburg als Reichslehen an die Bischöfe von Worms, deren Vögte seit 1124 die Grafen von Nassau waren. 1255 wurde das Gebiet um Weilburg von Worms an die Grafen von Nassau verpfändet. König Adolf von Nassau erwarb Weilburg 1292 schließlich ganz für das Haus Nassau.
Die walramische Linie des Hauses Nassau, zu der Weilburg gehörte, litt zunächst unter geringer Größe und fehlender Geschlossenheit. Unter Gerlach I. wuchs das Gebiet 1326 durch die Pfandschaft an der Herrschaft Neuweilnau, 1328 kam durch Heirat die Anwartschaft auf das Erbe der Herren von Merenberg und Gleiberg hinzu, außerdem die Hälfte des Gerichts Hüttenberg und die Reichsvogtei über Wetzlar. Nach Gerlachs Tod wurden die Länder geteilt, 1355 entstand unter Johann I. die Linie Nassau-Weilburg. Unter Philipp I. kamen 1381 die Grafschaft Saarbrücken und 1391 die Herrschaften Kirchheim und Stauf hinzu, 1405 wurde Neuweilnau endgültig erworben, zusammen mit weiteren Gebieten wie Bingenheim, Reichelsheim und Löhnberg. Das Territorium umfasste zuletzt zahlreiche Ämter sowie die Grafschaft Saarwerden und die Herrschaft Alsenz.
1428/1442 wurde das Gebiet in Nassau-Weilburg und Nassau-Saarbrücken geteilt, was Nassau-Weilburg schwächte. Es gehörte dem oberrheinischen Reichskreis und dem Wetterauischen Reichsgrafenkollegium an, seit 1526 wurde die Reformation eingeführt, Nassau-Weilburg blieb lutherisch. Nach weiteren Teilungen und Zusammenführungen im 16. Jahrhundert waren unter Ludwig II. alle walramischen Besitztümer wieder vereint. Während des Dreißigjährigen Krieges standen die Nassauer auf der Seite Gustav Adolfs und des Heilbronner Bundes; da sie sich 1635 weigerten, den Prager Frieden zu unterzeichnen, entzog Kaiser Ferdinand II. ihnen ihre Länder, die erst mit dem Westfälischen Frieden von 1648 wiederhergestellt wurden. Nach erneuter Teilung 1629/1651 entstanden Nassau-Idstein, Nassau-Weilburg und Nassau-Saarbrücken. 1688 erhielten Nassau-Usingen, Nassau-Idstein und Nassau-Weilburg die Bestätigung der Reichsfürstenwürde. 1799 kam durch Heirat ein Großteil der Grafschaft Sayn-Hachenburg an Nassau-Weilburg.
Die linksrheinischen Besitzungen gingen im Ersten Koalitionskrieg an Frankreich verloren, die Abtretung wurde 1801 im Frieden von Lunéville völkerrechtlich besiegelt. Im Reichsdeputationshauptschluss wurde der Fürst von Nassau-Weilburg dafür mit rechtsrheinischen Resten des Erzstifts Trier entschädigt. 1806 wurde Nassau-Weilburg Mitglied des Rheinbundes und schloss sich mit Nassau-Usingen zum Herzogtum Nassau zusammen. Ab 1816 regierten die Herzöge von Nassau-Weilburg das Herzogtum Nassau alleine. Nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg von 1866 wurde das Herzogtum von Preußen annektiert. Herzog Adolf von Nassau wurde 1890 Großherzog von Luxemburg. Die Linie Nassau-Weilburg erlosch 1912 mit dem Tod Wilhelms IV. und ging im Haus Luxemburg-Nassau auf.