Niederbayern
Bezirk und Regierungsbezirk in Bayern, Deutschland
eil die Wittelsbacher den Erstgeborenen nicht bevorzugten, kam es 1255 zur Teilung in Oberbayern mit der Pfalz und dem Nordgau, mit Sitz in München, und Niederbayern mit den Sitzen in Landshut und Burghausen. Diese Unterscheidung wirkt bis heute in den Regierungsbezirken nach. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde Niederbayern wiederholt weiter geteilt. Nach der Teilung von 1392 bestanden vier Herzogtümer: Niederbayern-Straubing, Niederbayern-Landshut, Oberbayern-Ingolstadt und Oberbayern-München, deren Herzöge oft gegeneinander Krieg führten. Herzog Albrecht IV. von Oberbayern-München vereinigte nach dem verheerenden Landshuter Erbfolgekrieg von 1504/05 Altbayern 1506 wieder und beendete die Teilungen durch ein Primogeniturgesetz. Die Verfassung des Königreichs Bayern von 1808 teilte das 1806 formierte Königreich einheitlich in Kreise ein, die den heutigen Regierungsbezirken entsprachen und bewusst ohne Bezug zu älteren Herrschaftsgrenzen gezogen wurden. Nach französischem Vorbild benannte man die Kreise nach ihren Hauptflüssen. Das heutige Niederbayern verteilte sich dabei auf den Unterdonaukreis, den Isarkreis, den Regenkreis und den Salzachkreis.
Niederbayern ist wegen der fruchtbaren Lössböden im Gäuboden teils landwirtschaftlich geprägt. Der Bezirk hat Anteil am größten Anbaugebiet für Gewürzgurken in Europa und am größten Hopfenanbaugebiet der Welt, der Hallertau. BMW ist mit seinem Automobilwerk in Dingolfing ein wichtiger Arbeitgeber. Die Arbeitslosigkeit verteilt sich ungleichmäßig: In Freyung-Grafenau liegt sie im Februar regelmäßig bei rund 13 Prozent, 2008 lag sie dort bei rund 7 Prozent, während sie in den westlichen, vom Maschinen- und Automobilbau geprägten Landkreisen nahe München nur rund 3 Prozent beträgt. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt gehört Niederbayern mit einem Index von 115 zu den wohlhabenderen Regionen der EU, bei einem EU27-Wert von 100 und einem deutschen Wert von 116 im Jahr 2008. Die 2013 veröffentlichten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigten mit 3,6 Prozent im Jahresmittel die niedrigste Arbeitslosenquote im Freistaat.
Das Wappen des Bezirks zeigt im gespaltenen Schild heraldisch rechts die bayerischen weiß-blauen Rauten und heraldisch links in Silber einen aufgerichteten roten Panther. Die Rauten sind seit 1204 als Wappen der Grafen von Bogen nachweisbar und wurden nach deren Aussterben 1242 von den Wittelsbachern übernommen. Der rote Panther geht auf die Grafen von Orthenburg-Kraiburg zurück, eine Nebenlinie der Spanheimer, und findet sich auch in Wappen niederbayerischer Städte wie Eggenfelden, Pfarrkirchen oder Vilshofen sowie, in Blau, im großen bayerischen Staatswappen für Altbayern. In seiner heutigen Form wurde das Bezirkswappen 1957 eingeführt.