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Niederlothringen

historischer Staat

iederlothringen war kein traditionelles Stammesherzogtum. Es entstand durch Erbteilungen und Verträge unter den Nachfolgern Karls des Großen. Der Vertrag von Verdun schuf 843 das Mittelreich Kaiser Lothars I. Im Vertrag von Prüm 855 erhielt dessen Sohn Lothar II. den Nordteil, nach dem das Gebiet Lotharingien genannt wurde. Nach Lothars II. Tod teilte der Vertrag von Meersen 870 das Gebiet zwischen Ost- und Westfrankenreich, bis es 880 im Vertrag von Ribemont ganz an das ostfränkische Reich fiel. Das entstandene Herzogtum Lothringen wurde 959 in das nördliche Niederlothringen und das südliche Oberlothringen geteilt. Die Grenze verlief etwa auf einer Linie vom Mittelrhein nördlich von Koblenz durch Eifel und Ardennen bis zur Grenze Frankreichs. Im Norden grenzte Niederlothringen an die Nordsee.

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Seit dem frühen 11. Jahrhundert lösten sich Teilfürstentümer aus dem Herzogtum, während bewaffnete Konflikte im westlichen Teil des Reiches zunahmen. Der deutsche König schuf daraufhin drei Markgrafschaften, Antwerpen, Ename und Valenciennes, zum Schutz der Grenze zu Frankreich und zur Kontrolle des Landes zwischen Rhein und Schelde. Die vier Bistümer Köln, Utrecht, Lüttich und Cambrai wurden im Rahmen des ottonisch-salischen Reichskirchensystems zu geistlichen Fürstentümern erhoben, was dem Kaiser erlaubte, ihre Nachfolge selbst zu bestimmen. 1012 setzte Kaiser Heinrich II. wieder einen Herzog ein. Im 11. Jahrhundert gelang es den Grafen von Verdun aus der Dynastie Ardenne mehrfach, die Herzogswürde zu erlangen. Nach dem Tod Gottfrieds von Bouillon 1100 verlor das Herzogsamt an Bedeutung und litt unter dem Streit zwischen Heinrich IV. und Heinrich V., die jeweils eigene Herzöge erhoben. Nach dem Tod Gottfrieds III. von Löwen 1190 ordnete Kaiser Heinrich VI. das Herzogtum neu. Auf dem Hoftag zu Schwäbisch Hall am 24. September 1190 bestätigte er Heinrich I. von Brabant als Herzog, jedoch ohne Befugnisse im übrigen Niederlothringen. Die Herzogswürde wurde zum reinen Titel, den die Herzöge von Brabant bis zu ihrem Aufgehen im Burgunderstaat als Duc de Lothier führten.

Die Reihe der Herzöge von Brabant und Niederlothringen reicht von Heinrich I., 1190 bis 1235, über mehrere Generationen bis zu Maria von Burgund, 1477 bis 1483, die Maximilian I. heiratete. Damit fiel das Herzogtum zusammen mit allen Ländern der Herzöge von Burgund an das Haus Habsburg.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel NiederlothringenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 256729095redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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