Niederrhein (Region)
an die Niederlande grenzende Region im Westen des Landes Nordrhein-Westfalen
Historische Territorien im Kerngebiet
as Kerngebiet des Niederrheins umfasst die Kreise Kleve, Wesel und Viersen sowie die Städte Krefeld und Duisburg. Am Rand zählen auch Teile von Isselburg und Oberhausen, der Rhein-Kreis Neuss, Mönchengladbach und der Kreis Heinsberg dazu. Dieses Gebiet entspricht ungefähr den früheren Landesherrschaften: dem Herzogtum Kleve, der Grafschaft Moers, dem maasländischen Quartier Roermond des Herzogtums Geldern und dem nördlichen, linksrheinischen Teil des Kurfürstentums Köln. Vor der Gründung der preußischen Rheinprovinz gehörten diese Gebiete größtenteils zur Provinz Jülich-Kleve-Berg, während die Provinz Großherzogtum Niederrhein stattdessen Gebiete am heutigen Mittelrhein und in der Pfalz zusammenfasste.
Der weitere Rand der Region
Düsseldorf, die rheinnahen Teile des Kreises Mettmann und Teile von Leverkusen, die zum historischen Herzogtum Berg gehörten, werden nur im weiteren Sinne dem Niederrhein zugerechnet. Sie verstehen sich zumeist als Teil des gesamten Rheinlandes. Linksrheinisch reicht der Niederrhein im weiteren Sinne bis etwa zur Linie Heinsberg, Erkelenz, Grevenbroich, Dormagen, rechtsrheinisch bis Monheim und den nördlichen Stadtteilen Leverkusens und Kölns. Diese Linie entspricht auch der Verbreitung der niederrheinischen Bierspezialität Alt.
Textilstädte mit historischer Prägung
Mönchengladbach wurde im 19. Jahrhundert wegen seiner Textilindustrie das Rheinische Manchester genannt und hat sich diesen Wirtschaftszweig ähnlich wie Krefeld als wichtiges Standbein erhalten, wenn auch mit geschrumpfter Bedeutung. Krefeld entwickelte sich, begünstigt durch die Aufnahme protestantischer Exulanten, vornehmlich Mennoniten, im 18. Jahrhundert zum Zentrum der Produktion von Samt und Seide. Diese Tradition konnte trotz erschwerter Bedingungen so erfolgreich bewahrt werden, dass die Dichte der Seidenwebereien dort weltweit noch immer unerreicht ist.