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Niedersächsischer Reichskreis

Reichskreis im Heiligen Römischen Reich

orläufer war der größere Sächsische Reichskreis. Erste Planungen für einen sächsischen Reichskreis gehen auf Albrecht II. im Jahr 1438 zurück. Der 1500 geschaffene sächsische Kreis wurde 1512 in den Obersächsischen und den Niedersächsischen Reichskreis geteilt. Umgesetzt war die Trennung erst 1522, da unter anderem die Besetzung des Reichskammergerichts angepasst werden musste. Auch die Bezeichnung untersächsischer Kreis war üblich.

Der Kreis umfasste die östlichen Teile des heutigen Niedersachsen, das nördliche Sachsen-Anhalt ohne die Altmark, Mecklenburg, Holstein ohne Dithmarschen, Hamburg, Bremen, Lübeck sowie kleinere Gebiete in Brandenburg und Thüringen. Das Gebiet war weitgehend zusammenhängend, einige Exklaven wie Halle an der Saale und Jüterbog sowie die Reichsstädte Nordhausen und Mühlhausen lagen jedoch außerhalb. Innerhalb des Kreisgebiets lag das Hochstift Verden, das seit 1502 in Personalunion mit dem Erzbistum Bremen verwaltet wurde, während die Grafschaften Schaumburg und Spiegelberg nicht zum Kreisgebiet gehörten. Am Ende des alten Reiches war der Kreis etwa 1240 Quadratmeilen groß und hatte 2.120.000 Einwohner. Die Einwohner waren fast alle evangelisch, teilweise katholisch war das Hochstift Hildesheim.

Ein Großteil des Kreises machten die welfischen Territorien aus. Im Erzbistum Magdeburg regierten seit 1513 Administratoren aus der brandenburgischen Linie der Hohenzollern, seit 1648 gehörte auch das Hochstift Halberstadt zu Kurbrandenburg. Durch das Herzogtum Holstein gehörte der König von Dänemark zu den Fürsten des Kreises, auch die Könige von Preußen, Schweden und Großbritannien-Hannover zählten durch Kreisterritorien dazu. Kreisausschreibende Fürsten waren seit 1557 die Fürsterzbischöfe von Magdeburg und die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Das Direktorium hatte zunächst das Erzbistum Magdeburg inne, ehe es seit 1648/1652 zwischen Brandenburg und Schweden wechselte. Kreisversammlungen tagten zunächst meist in Halberstadt, später auch in Braunschweig oder Lüneburg.

Im Jahr 1625 bestimmten die Mitglieder des Reichskreises Christian IV. von Dänemark im Zusammenhang mit dem Dreißigjährigen Krieg zum Kreisobersten, was der Kaiser bis 1629, als Dänemark sich aus dem Krieg zurückzog, nicht anerkannte. Seit 1682 verstärkten sich zwischen den mächtigen Mitgliedern die Gegensätze, seither fanden bis 1796 keine Kreistage mehr statt. Während des mecklenburgischen Erbfolgestreits versuchte der Kaiser 1697 vergeblich, gegen den Willen der Kreisstände Einfluss zu nehmen. Nach 1702 spielte der Kreis wegen der inneren Konflikte zwischen den Fürsten keine Rolle mehr und stellte auch keine Kreistruppen mehr.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Niedersächsischer ReichskreisVersionsgeschichteBearbeitungsstand 261336533redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Joan Blaeuentstanden 1641Public domainQuelle