Nikolaus V. (Papst)
Papst der römisch-katholischen Kirche (1447–1455)
ikolaus V. war Sohn eines Arztes und damit der erste Bürgerliche auf dem Papstthron seit Coelestin V. Er gilt zudem als erster Humanist unter den Päpsten. Vor seinem Pontifikat war er ab 1443 Vizekämmerer, ab 1444 Erzbischof von Bologna und ab 1446 Kardinal der Titelkirche Santa Susanna.
Am 6. März 1447 wurde Nikolaus V. nach nur zweitägigem Konklave von 18 Kardinälen in der Santa Maria sopra Minerva in Rom zum Papst gewählt und am 19. März inthronisiert. Ein erster Erfolg war 1449 die endgültige Überwindung des Schismas durch die Resignation des Gegenpapstes Felix V. Der Erfolg des Heiligen Jahres 1450 und die Kaiserkrönung Friedrichs III. im Jahr 1452 zeigten das gestiegene internationale Ansehen des Papsttums. Gleichzeitig steht Nikolaus V. für das Ende der konziliaren Bewegung, deren Ideen er ablehnte.
Mit der Bulle Dum diversas erlaubte Nikolaus V. am 18. Juni 1452 König Alfons V. von Portugal, Länder der Ungläubigen zu erobern und ihre Bewohner zu unterjochen, wodurch der Kolonialismus institutionell legitimiert wurde. Die autokratische Amtsauffassung des Papstes stieß in Rom auf Widerstand, der 1453 in einem gescheiterten Aufstand gipfelte. Im selben Jahr eroberten die Osmanen Konstantinopel. Mit der Bulle Romanus Pontifex vom 8. Januar 1455 übertrug Nikolaus V. Alfons V. und Heinrich dem Seefahrer die Verwaltung der Gebiete von Kap Bojador bis zur Südspitze Afrikas, verbunden mit Handelsmonopol und dem Recht, Nicht-Christen in die Sklaverei zu führen. In zwei Bullen von 1452 und 1454 erlaubte er die Sklaverei ausdrücklich, 1451 zudem die Verfolgung männlicher Sodomie durch die Inquisition.
Als Bauherr, Kunstmäzen und Förderer des Humanismus leistete Nikolaus V. Außerordentliches; er gründete die Vatikanische Bibliothek. Nach Manettis Biographie plante er ein umfassendes Erneuerungsprogramm für Rom, das er nicht vollständig verwirklichen konnte, doch übertraf er seine Vorgänger als Bauherr deutlich. Er baute einen neuen Flügel des päpstlichen Palastes, begann die Erweiterung der alten Peterskirche und sorgte für Straßen, Brücken, Wasserleitungen und Verteidigungsanlagen. Den Maler Fra Angelico, den schon Eugen IV. beschäftigt hatte, ließ er ohne Unterbrechung weiterarbeiten, unter anderem an den Fresken der Cappella Niccolina.