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Nördlingen

Große Kreisstadt in Bayern

215 erhielt Nördlingen von König Friedrich II. Stadtrechte und wurde Reichsstadt. Im selben Jahr wurde die erste Stadtmauer errichtet, deren Grundriss bis heute sichtbar ist. 1219 wurde die Nördlinger Pfingstmesse erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt lag an der Kreuzung der Handelsstraßen Frankfurt/Würzburg–Augsburg und Nürnberg–Ulm und stieg zum wichtigen Handelsplatz für Getreide, Vieh, Textilien, Pelze und Metallwaren auf. Neben Frankfurt war Nördlingen eine der wichtigsten Fernhandelsmessen Deutschlands.

NördlingenOrt auf der Karte 164848.8500 N, 10.5000 OAuf der Karte zeigen

In der Amtszeit von Bürgermeister Johannes Pferinger wurden von 1590 bis 1598 34 Frauen und ein Mann wegen Hexerei auf dem Scheiterhaufen hingerichtet, eine Frau starb bereits in der Haft. Besonders bekannt wurden die Hexenprozesse gegen Rebekka Lemp, die 1590 starb, und Maria Holl, die 1594 aus der Haft freikam. Die Verbrennungen fanden auf der Richtstätte am Galgenberg statt. Da dieser damals nicht bewaldet war, waren die Feuer im ganzen Ries zu sehen.

Ein historischer Wendepunkt im Dreißigjährigen Krieg waren die Belagerung von Nördlingen und die darauf folgende Schlacht im Jahre 1634, in der die schwedisch-protestantischen Kräfte erstmals entscheidend von den kaiserlich-habsburgischen Truppen geschlagen wurden. Die Stadt musste sich den Siegern öffnen, wurde aber nach hohen Kontributionszahlungen nicht geplündert. Allerdings büßte die Stadt während und nach der Belagerungszeit durch Hunger und Krankheit über die Hälfte ihrer Bevölkerung ein. Auch im Spanischen Erbfolgekrieg wurde die Stadt von den Auswirkungen der nahen Schlachten von Höchstädt in Mitleidenschaft gezogen.

Im Zuge der napoleonischen Neuordnung Deutschlands verlor Nördlingen im Reichsdeputationshauptschluss 1803 seinen Status als Reichsstadt und fiel an das Kurfürstentum Bayern, das die Stadt bereits im September 1802 besetzt und verwaltungsmäßig eingegliedert hatte. Zum 1. Januar 1806 wurde die Stadt königlich-bayerische Landstadt. Am 15. Mai 1849 wurde Nördlingen mit der Inbetriebnahme der Ludwig-Süd-Nord-Bahn von Donauwörth her an das Netz der Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen angeschlossen. Im gleichen Jahr wurden die weiteren Abschnitte bis Nürnberg eröffnet.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel NördlingenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269076382redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Mussklprozzentstanden 2007CC BY-SA 3.0Quelle