Nordhausen
Kreisstadt in Thüringen, Deutschland
m ausgehenden 8. Jahrhundert wurde vermutlich auf dem Frauenberg eine karolingische Königspfalz errichtet, nördlich davon entwickelte sich später die Altstadt. Bereits in einem Diplom Ludwigs des Deutschen vom 18. Mai 876 wird Nordhusa erwähnt. Zwischen 908 und 912 erbaute Heinrich I. eine erste befestigte Anlage.
Am 27. Juli 1220 wurde Nordhausen vom König und späteren Kaiser Friedrich II. zur Freien Reichsstadt erhoben, was es bis zur Mediatisierung 1802 blieb. 1225 erhielt die Stadt ihr erstes Siegel, um 1260 wurde erstmals ein Rat gebildet und um 1280 ein erstes Rathaus am heutigen Standort errichtet.
1507 wurde die Produktion von Branntwein in der Stadt erstmals urkundlich erwähnt, in Spitzenzeiten gab es 100 Brennereien. Auch Kautabak wurde in Nordhausen produziert, ebenso wurde schon im 16. Jahrhundert Vitriolöl herstellt, das nach der Stadt „Nordhäuser Vitriol“ genannt wurde. 1523/24 setzte sich in Nordhausen die Reformation durch, treibende Kraft war der Bürgermeister Michael Meyenburg. In diesem Jahr hielt sich Thomas Müntzer in der Stadt auf.
Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1802 erhielt Preußen als Entschädigung für an Frankreich verlorene linksrheinische Territorien auch thüringische Gebiete. So wurde die Stadt Nordhausen am 2. August 1802 von preußischen Truppen besetzt und in das Königreich Preußen eingegliedert, womit ihre Reichsfreiheit verloren ging. Am 7. Februar 1803 verlor die Stadt das Münzrecht.