Oberitalien
nördliche Regionen Italiens
orditalien reicht von der Adriaküste im Osten über die Po-Ebene bis in die Alpen im Norden und Westen und den Apennin im Süden. Im Westen grenzt Frankreich an, im Norden die Schweiz und Österreich, im Osten Slowenien und im Südosten San Marino. Das Gebiet gliedert sich in die Italienischen Alpen, die Norditalienische Tiefebene mit der Po-Ebene sowie den Küstenebenen von Veneto, Friaul und Romagna, und die Apennin-Nordabdachung. Die Tiefländer nehmen als größte Tiefebene Italiens und Südeuropas die halbe Fläche Norditaliens ein. Amtliche Statistiken unterteilen Norditalien in die Makroregionen Nordwestitalien, bestehend aus Aostatal, Piemont, Lombardei und Ligurien, und Nordostitalien, bestehend aus Friaul-Julisch Venetien, Venetien, Trentino-Südtirol und Emilia-Romagna.
In der Antike gab es in Norditalien kaum griechische Kolonisation, anders als in Süditalien. Für das Römische Reich war die Region zunächst Gallia cisalpina. Seit dem Mittelalter prägten bemerkenswerte Handelsstädte Norditalien, die sich ausgehend vom Veroneser Bund im Lombardenbund gegen Kaiser Barbarossa, der 1190 starb, zusammenschlossen. Im 15. Jahrhundert wurden in Norditalien Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre und des Bankwesens erfunden, darunter die doppelte Buchführung. Die Großregion gilt als das Herz der italienischen Wirtschaft. Um das Jahr 2010 gab es beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf allerdings keinen klaren Grenzverlauf zwischen Norditalien und Mittelitalien, sondern größere Unterschiede zwischen einzelnen Regionen innerhalb Norditaliens als zwischen Mittelitalien und Süditalien.
Seit ihrer Gründung am 4. Dezember 1989 bis in die zweite Hälfte der 2010er Jahre hatte die Lega Nord ihren politischen Schwerpunkt in Norditalien.