Kontextartikel1 Min. Lesezeit

Obernai

französische Gemeinde

m 7. Jahrhundert soll der Ort Sitz des Merowingers Eticho, Herzog des Elsass, gewesen sein. Zur Zeit der Staufer hielten sich Herzog Friedrich der Einäugige, Kaiser Heinrich VI. und Kaiser Friedrich II. hier auf. 1262 zerstörte der Straßburger Bischof Heinrich III. von Stahleck die kaiserliche Burg im Krieg gegen Friedrich II. Von 1240 bis 1648 war Oberehnheim freie Reichsstadt. 1348/49 wurden während der Pestpogrome alle jüdischen Einwohner verbrannt. 1354 trat die Stadt dem Elsässer Zehnstädtebund bei und wehrte 1444 die Armagnaken sowie Belagerungsversuche Karls des Kühnen ab. Im 16. Jahrhundert erlebte sie trotz reformatorischer Unruhen eine Blütezeit, die nach 1587 zurückgedrängt wurde.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Oberehnheim durch Beschuss und Brände schwer beschädigt. 1679 nahm Frankreich die Kaiserliche Stadt gewaltsam in Besitz und annektierte sie 1680 unter Ludwig XIV. Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Gebiet an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen und wurde dem Kreis Erstein im Bezirk Unterelsass zugeordnet. Die französisierte Namensform Obernai, erstmals 1693 verwendet, setzte sich zunehmend durch, so dass zwischen 1871 und 1918 beide Bezeichnungen gebräuchlich waren. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region 1919 aufgrund des Versailler Vertrags an Frankreich abgetreten werden.

Am Marktplatz steht die zum Restaurant umgebaute ehemalige Kornhalle von 1554. Von der 1873 abgetragenen gotischen Kapellkirche blieb der 60 Meter hohe Turm neben dem Rathaus aus dem 16. Jahrhundert übrig. Nachdem die alte Pfarrkirche 1867 abgetragen worden war, entstand 1867 bis 1872 die neugotische Peter-und-Paul-Kirche, eines der größten neugotischen Gotteshäuser im Elsass, mit mittelalterlichen Altären und einer Orgel von Joseph Merklin. Östlich des Chors liegt die Jungfrauenkapelle mit einer Ölberggruppe von 1517. Die Stadt verfügte einst über 20 Türme im inneren Stadtmauerring, der noch weitgehend erhalten ist.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel ObernaiVersionsgeschichteBearbeitungsstand 266680441redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Valentin F.R.entstanden 2018CC0Quelle