Oberpfalz (HRR)
Teil des Kurfürstentums Pfalz im Heiligen Römischen Reich, der sich rund um die Stadt Amberg und die Stammburg der Wittelsbacher erstreckte
ei der Teilung der Wittelsbacher trat Kaiser Ludwig der Bayer im Vertrag von Pavia 1329 seinen Neffen Rudolf dem Blinden und Ruprecht I. die Rheinpfalz und die Gebiete des bayerischen Nordgaus ab, aus denen später die Oberpfalz wurde. Er selbst behielt Oberbayern und kleinere Bezirke nördlich von Regensburg. Von der Rheinpfalz aus wurde das Nebenland als „der Pfalz Land zu Baiern“ oder ähnlich bezeichnet, später als „der kurfürstlichen Pfalz hieroben zu Baiern gemeine Landschaft“. Seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts bürgerte sich die vereinfachte Form „Pfalz des oberen Fürstentums zu Baiern“ oder „Obere Pfalz“ ein, und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist der Name „Oberpfalz“ erstmals quellenmäßig bezeugt.
Nach dem Aussterben der Herzöge von Bayern-Landshut und dem Landshuter Erbfolgekrieg erhielten die jungen Prinzen Ottheinrich und Philipp aus der pfälzischen Linie im Kölner Schiedsspruch die Herrschaft über die Junge Pfalz, während andere Gebiete, darunter die Ämter Lauf, Hersbruck und Altdorf, an die Reichsstadt Nürnberg fielen. Das verbleibende Herzogtum Neuburg bestand aus früheren Gebieten der bayerischen Linie an der Donau und in der Oberpfalz. Als Ottheinrich 1556 Kurfürst von der Pfalz wurde, waren diese Gebiete kurzzeitig mit der Kurpfalz vereinigt. Bereits im folgenden Jahr trat er Pfalz-Neuburg an seinen Vetter Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken ab. Nach dessen Tod 1569 wurde die Junge Pfalz aufgeteilt, und zwei Söhne Wolfgangs übernahmen die selbstständigen Herzogtümer Neuburg und Sulzbach.
Im Dreißigjährigen Krieg eroberten Truppen der Katholischen Liga unter Maximilian von Bayern die kurpfälzischen Teile der Oberen Pfalz des Winterkönigs Friedrich V. Wie im Vertrag von München von 1619 vereinbart, erhielt Maximilian 1628 neben der Erhebung des Kurfürstentums Bayern durch Kaiser Ferdinand II. auch die pfälzischen Gebiete und organisierte sie im Rentamt Amberg. Die Herzogtümer Neuburg und Sulzbach blieben souverän. Die Herzöge von Neuburg erbten 1614 das Herzogtum Jülich-Berg und 1685 die Kurpfalz. Diese Gebiete fielen 1742 an Karl Theodor von Sulzbach, der 1777 auch Bayern erbte und so den Länderkomplex Kurpfalz-Bayern begründete, wodurch sämtliche oberpfälzischen Länder unter einem Monarchen vereinigt waren. Im Zuge der Kreiseinteilung im Königreich Bayern unter Maximilian von Montgelas wurde die Obere Pfalz dem Nab- und dem Regenkreis zugeteilt, ab 1810 nur noch letzterem. Der Regenkreis wurde 1837 in Bezugnahme auf den alten Namen in Oberpfalz und Regensburg umbenannt.