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Odenwald

Mittelgebirge in Süddeutschland

it der Eroberung des rechtsrheinischen Decumatlandes in den Chattenkriegen Kaiser Domitians geriet das Gebiet unter römische Kontrolle. Um das Jahr 100 wurde unter Kaiser Trajan die ältere Odenwaldlinie des Neckar-Odenwald-Limes errichtet. Sie verlief vom Kastell Wörth am Main über zahlreiche weitere Kastelle bis zum Kastell Wimpfen im Tal am Neckar und markierte damit die Reichsgrenze durch das Gebirge.

Um 260 zog sich das Römische Reich weitgehend aus den rechtsrheinischen Gebieten zurück, mit diesem Limesfall endete auch im Odenwald die römische Herrschaft. In den folgenden Jahrhunderten wanderten die Alamannen ein und besiedelten das Land zwischen Main und Neckar, wurden aber später in das Fränkische Reich integriert. Auf die fränkische Zeit geht die Einteilung des Landes in Gaue zurück. Im 7. und 8. Jahrhundert erfolgte die Christianisierung durch iro-schottische Mönche wie Pirminius und Bonifatius. Auf den günstigen Muschelkalkböden des heutigen Baulandes entstand ein weitmaschiges Siedlungsnetz, während der Hintere Odenwald mit seinen kargen Buntsandsteinböden noch siedlungsfrei blieb.

In der Neuzeit teilten sich etliche namhafte Territorialherrschaften das Gebiet des Odenwaldes. Zu nennen sind etwa Kurpfalz, Kurmainz, Grafschaft Katzenelnbogen, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Grafschaft Erbach, Herrschaft Breuberg, Herrschaft Frankenstein, Herrschaft Steinach, Herrschaft Hirschhorn und Fürstentum Leiningen. Diese wurden alle abgelöst vom Großherzogtum Hessen, dem Großherzogtum Baden und dem Königreich Bayern.

Die Deutung des Namens Odenwald wird kontrovers diskutiert. Überliefert sind Formen wie Odenwalt aus dem Jahr 772, Odonewalt aus 815, Odenewalt aus 819, Odanwalt bei Einhard, Otenwalt aus 970 sowie Otenewald aus 1012 und Odenwalt aus 1016. Eine Deutung sieht einen Zusammenhang mit der römischen Verwaltungseinheit Civitas Auderiensium, die den Norden des Gebirges umfasste. Eine andere Deutung verbindet den Namen mit dem Wort öde, gilt aber als unwahrscheinlich.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel OdenwaldVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270600211redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Marquard Freher (Autor des Buches), Gotthard Vögelin (Verleger)entstanden 1618Public domainQuelle