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Ottavio Piccolomini

italienischer General im Dreißigjährigen Krieg

iccolomini trat als Siebzehnjähriger in die Spanische Armee ein und kämpfte 1620 am Weißen Berg als Rittmeister unter Bucquoy. 1627 wechselte er als Oberst in die Dienste Wallensteins und wurde zugleich Kommandant seiner Leibgarde. Bei Lützen übernahm er nach dem Tod Pappenheims dessen Nachfolge und wurde danach zum Generalwachtmeister befördert. In der Auseinandersetzung zwischen Kaiser Ferdinand II. und Wallenstein stellte sich Piccolomini auf die Seite des Kaisers, berichtete an den Hof und setzte sich mit Gallas und Aldringen an die Spitze des Komplotts gegen Wallenstein. Nach dessen Ermordung 1634 wurde Piccolomini mit dem Orden vom Goldenen Vlies, Geld und der Herrschaft Náchod im Wert von 215.000 Gulden belohnt. Er war danach an fast allen erfolgreichen Aktionen der Kaiserlichen beteiligt, etwa dem Sieg bei Nördlingen 1634. Ab 1635 kämpfte er gegen die Franzosen, unter anderem bei Löwen und vor Paris. Seinen größten Erfolg errang er 1639 bei Diedenhofen, wofür ihn der spanische König mit dem Herzogtum Amalfi belohnte. Danach kämpfte er in Böhmen gegen die Schweden unter Banér, verteidigte den Regensburger Reichstag und verfolgte die Schweden bis nach Anhalt.

1634 erhielt Piccolomini die zuvor konfiszierte Herrschaft Nachod zusammen mit Rýzmburg und Třebešov. Da er selbst während des Krieges nicht anwesend sein konnte, setzte er Verwalter ein und erweiterte seinen Besitz in den folgenden Jahren durch weitere Erwerbungen. 1642 erhielt er vom Kaiser die Erlaubnis, Nachod in einen Familienfideikommiss umzuwandeln. Nach seiner Wiederverheiratung 1651 machte er das Schloss Náchod zu seinem Sommersitz, das 1651 bis 1655 um den Piccolominibau erweitert wurde. Als strenger Katholik betrieb er die Rekatholisierung von Stadt und Herrschaft Nachod, setzte dafür Jesuiten und schließlich auch Militär ein. Bewohner, die nicht zur Konversion bereit waren, flüchteten in benachbarte schlesische Herzogtümer. Die weitere Rekatholisierung sollte durch Kapuziner erfolgen, für die er seit 1651 ein Kloster errichten wollte, dessen Pläne 1656 wegen seines Todes nicht mehr realisiert werden konnten.

Piccolomini war neben seiner militärischen Laufbahn auch ein kunstliebender Mensch, der überall Gemälde ankaufte. In Brüssel zahlte er 1639 dem Maler Daniel Seghers eine hohe Summe für Gemäldeankäufe und pflegte Kontakte zu weiteren Malern. Besonders bedeutsam waren seine Beziehungen zum Schlachtenmaler Pieter Snayers, bei dem er zwölf großformatige Schlachtengemälde für sein Schloss Nachod bestellte. Diese sogenannte Piccolomini-Serie zeigt seine größten Erfolge und befindet sich heute im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien. Zudem unterstützte er den Servitenorden und trug hohe Geldbeträge zum Neubau der Wiener Servitenkirche bei, in der sich auch sein Grab befindet.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Ottavio PiccolominiVersionsgeschichteBearbeitungsstand 265341650redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Anselm van Hulleentstanden 1650Public domainQuelle