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Patriarchat von Aquileia

ehemaliges römisch-katholisches Bistum in Italien

Frühe Geschichte und Spaltung

as Christentum kam früh nach Aquileia. Der Legende nach verkündete der Evangelist Markus im Auftrag des Petrus dort den Glauben und setzte Hermagoras als ersten Bischof ein, der unter Nero das Martyrium erlitt. Der erste tatsächlich belegte Bischof war Hilarius von Aquileia, der 285 als Märtyrer starb. Von Aquileia aus wurde Noricum missioniert. 343 nahmen Bischöfe mehrerer Orte an der Synode von Serdica teil, 381 trafen sich 32 Bischöfe unter Valerian in Aquileia. Im Dreikapitelstreit nahmen die Bischöfe von Aquileia 567 den Titel Patriarch an und trennten sich von Rom. Als die Langobarden 568 ins Friaul kamen, floh Patriarch Paulus nach Grado. 606 oder 607 suchte Patriarch Candidianus in Grado die Gemeinschaft mit Rom wieder, während das Domkapitel in Aquileia Johannes zum Patriarchen wählte. Beim Konzil von Pavia 698 wurde der Streit beigelegt, doch blieben zwei Patriarchate bestehen, eines in Grado, das 1445 nach Venedig verlegt wurde, und eines in Alt-Aquileia.

Residenzen und Grenzstreit mit Salzburg

Die Patriarchen residierten selten in Aquileia selbst. Zunächst saßen sie in Cormòns, 737 übersiedelte Patriarch Callixtus nach Cividale del Friuli, und von 1238 bis 1751 war Udine Residenz. Durch die Völkerwanderung gingen die Missionsgebiete im Alpenraum verloren. Mit Salzburg kam es durch dessen Rechristianisierung Karantaniens an der Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert zum Konflikt, da Aquileia auf ältere Rechte pochte. Karl der Große entschied 811 diesen Streit, indem er die Drau als Grenze der beiden Erzbistümer bestimmte. Diese Grenze hatte bis zur Auflösung des Patriarchates 1751 Bestand.

Weltliche Macht und Ende des Patriarchates

1077 erhielt Patriarch Sieghard Grafenrechte im Friaul, die Patriarchen wurden zu Reichsfürsten und Landesherren. Der Patriarchenstaat reichte etwa vom Tagliamento bis ins heutige italienisch-slowenische Grenzgebiet und von der Adria bis an die Alpen. 1156 übersiedelte der Patriarch von Grado nach Venedig, 1451 endete das Patriarchat von Grado, der Bischof von Venedig wurde Patriarch. 1420 eroberte Venedig das Friaul, ein Prozess vor dem Konzil von Basel blieb erfolglos, damit endete die Selbständigkeit des Patriarchates von Aquileia. Im 15. Jahrhundert verlor der Patriarch seine weltliche Souveränität und zählte nicht mehr zu den Reichsfürsten. 1544 machte Österreich Aquileia zu einer Untertanenstadt. 1628 verbot Kaiser Ferdinand II. die Anerkennung des Patriarchen. Nach Druck von Kaiser Karl VI. und Maria Theresia hob Papst Benedikt XIV. 1751 mit der Bulle Incuncta nobis Namen, Stift, Sitz und Gewalt des Patriarchen von Aquileia auf. Der venezianische Teil wurde zur Erzdiözese Udine, als einziges Patriarchat blieb Venedig bestehen. Der letzte Patriarch, Kardinal Daniele Dolfin, wurde zum Erzbischof von Udine herabgestuft, durfte aber den Titel Patriarch weiter führen.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Patriarchat von AquileiaVersionsgeschichteBearbeitungsstand 266556443redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Zavijavahentstanden 2008CC BY-SA 3.0Quelle