Paulinus II. von Aquileia
Heiliger, Patriarch von Aquileia, Grammatiker und Theologe
aulinus wurde zwischen 730 und 740 in Premariacco im Friaul in eine wohlhabende Familie geboren. Er erhielt seine Ausbildung in Cividale, das Aquileia als Sitz des Patriarchen abgelöst hatte. Nach seiner Priesterweihe übernahm er die Leitung einer Schule in Cividale und erlangte breites Wissen in lateinischer Literatur, Theologie und Rechtswissenschaften. Durch seine wissenschaftlichen Erkenntnisse gewann er die Gunst Karls des Großen, der ihn 776 als königlichen Gelehrten an seinen Hof in Aachen rief.
Am königlichen Hof freundete sich Paulinus mit führenden Gelehrten an, darunter Alkuin, Arn von Salzburg, Paulus Diaconus und Theodulf von Orléans. Karls Hofschule war ein Zentrum von Bildung und Kultur, dessen Einfluss im ganzen Fränkischen Reich zu spüren war. Karl belohnte Paulinus’ Ergebenheit, indem er ihn 787 zum Patriarchen von Aquileia erhob. Als Patriarch nahm er 792 an dem Konzil von Regensburg und 794 an der Synode von Frankfurt teil, in denen der Adoptianismus als Häresie verurteilt wurde. Paulinus veröffentlichte auch eigene Schriften, in denen er den Adoptianismus verurteilte.
Auf seinem Rückweg von Frankfurt nach Aquileia traf Paulinus in Cividale auf König Pippin von Italien. Er unterstützte den König bei seinem Kampf gegen die Awaren und bei deren Christianisierung. 798 sandte Karl seinen Patriarchen Paulinus zusammen mit Arn von Salzburg und zehn anderen Bischöfen als Königsboten nach Pistoia und später als königlichen Gesandten zum Papst. Paulinus starb 802 in Cividale und wurde kurz nach seinem Tod heiliggesprochen.